So., 03.04.2016

Muimun-Konferenz Westfälischer Friede modern

Die Studierenden bei der Muimun-Konferenz schlüpfen in die Rolle der Gesandten bei den Verhandlungen über den Westfälischen Frieden. Der junge Mann im Vordergrund nimmt die Interessen der venezianischen Republik im 17. Jahrhundert wahr.

Die Studierenden bei der Muimun-Konferenz schlüpfen in die Rolle der Gesandten bei den Verhandlungen über den Westfälischen Frieden. Der junge Mann im Vordergrund nimmt die Interessen der venezianischen Republik im 17. Jahrhundert wahr. Foto: kv

Münster - 

250 Studierende aus allen Erdteilen haben sich in Münster zu einer Simulationskonferenz von UN-Verhandlungen getroffen. Unter anderem wird der Westfälische Friede neu verhandelt – ein Vertrag soll stilecht im Friedenssaal unterzeichnet werden.

Von Karin Völker

Maximilian von und zu Trauttmansdorff „vom Holy Roman Empire“ und Fabio Chigi, Repräsentant des Vatikans , sitzen im Festsaal des Schlosses in diesen Tagen nebeneinander. Daneben und gegenüber die Gesandten der anderen am 30-jährigen Krieg beteiligten Parteien. Die Diplomaten, die noch bis Sonntag die Verhandlungen zum Westfälischen Frieden nachempfinden, sind junge Frauen und Männer im hochoffiziellen Diplomaten-Dress – Anzug oder Kostüm. Verhandlungssprache ist nicht wie damals Latein, sondern Englisch. Es ist wieder „Muimun“, im Klartext „ Münster University Model United Nations“, die jährlich von Studierenden der Universität organisierte UN-Simulation. Die Diplomaten-Großübung findet zum zehnten Mal statt. „Zum Jubiläum wollten wir ein Münster-Spezifikum ins Programm nehmen“, sagt Jannik Sonnenberg, einer der Hauptorganisatoren. So wird seit Donnerstag im repräsentativen Festsaal der Universität am Schlossplatz unter dem Gemälde des Fürstbischofs Maximilian Friedrich von Rothenfels-Königsegg der Weg zum Westfälischen Frieden nachvollzogen. Wofür die Gesandten vor rund 370 Jahren aber fünf Jahre brauchten, das müssen die jungen Konferenz-Teilnehmer in vier Tagen schaffen. Am Sonntag soll am Originalschauplatz im Friedenssaal der neu ausgehandelte Friedensvertrag unterschrieben werden.

Die 250 Konferenzteilnehmer debattieren in Hörsälen der Uni auch andere, buchstäblich weltbewegende Themen: die Flüchtlingsfrage etwa oder ökonomisch vertretbare Strategien gegen den Klimawandel.

50 Studierende der Uni Münster haben die Konferenz vorbereitet, auch Sponsoren gesucht. Für einen Teil der 200 „Delegierten“, von denen etwa die Hälfte aus dem Ausland kommt, gab es Stipendien. „Die internationalen Teilnehmer sind aus allen Kontinenten angereist“, sagt Viktoria Baumann aus dem Organisationsteam.

Bei der „Global Village-party“ am Donnerstag war übrigens nicht die weltweit uniforme Diplomaten-Dienstkleidung Dresscode. Die Politiker auf Zeit erschienen in Sari, Kaftan, Dirndl und anderen Trachten. Am Sonntag geht die Konferenz mit einer Farewell-Party zu Ende.

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