Mo., 04.04.2016

Judisch-arabische Delegation aus Haifa Mehr Grün für Haifa

Studenten der Universität von Haifa haben an der Muimun-Veranstaltung in Münster teilgenommen und anschließend die Lokalredaktion an der Soester Straße besucht. Dort blickten sie Redakteur Jürgen Grimmelt über die Schulter.

Studenten der Universität von Haifa haben an der Muimun-Veranstaltung in Münster teilgenommen und anschließend die Lokalredaktion an der Soester Straße besucht. Dort blickten sie Redakteur Jürgen Grimmelt über die Schulter. Foto: Britta Schulte

Münster - 

Sie sind Juden und Muslime. Aber an der Uni in Haifa studieren sie gemeinsam. Jetzt nahm erstmals eine Delegation aus Israel an der United-Nations-Simulation beim münsterischen MUIMUN teil.

Von Günter Benning

Für Jennifer Bachman ist der Westfälische Friede schon lange ein Begriff. Kein Wunder, wenn man in Haifa ( Israel ) Friedens- und Konfliktmanagement studiert. „Aber von Münster wusste ich bisher nichts“, sagt die US-Israelin am Montag bei einem Besuch in der Lokalredaktion.

Da ging es ihr nicht anders als den übrigen israelischen Teilnehmern der Model-United-Nations-Konferenz (Muimun), die jetzt an fünf Tagen an Münsters Uni stattfand. Hamburg, ja da war auch Saleem Bisharat , der Präsident der MUN-Organisation in Haifa, schon mal: „Aber kleine Städte wie Münster sind bei uns weniger bekannt.“

Das sollte sich jetzt ändern. Denn die Delegation , die aus jüdischen und palästinensischen Israelis bestand, fährt schwer beeindruckt zurück.

„Es ist so unglaublich grün hier“, findet die 31-jährige Fida Zourub, die Gesundheitsmanagement studiert. So müsste es auch in Haifa sein. Und dann die vielen Fahrradfahrer. „Wir mussten nur lernen, auf welcher Seite der Wege Fußgänger gehen dürfen.“

Die Universität Haifa ist ein Paradebeispiel für Kooperation zwischen Juden und Arabern. Man studiert gemeinsam, lebt gemeinsam. „Wir sind Freunde“, sagt Saleem Bisharat. In den Medien werde Israel meist nur erwähnt, wenn es Konflikte gebe, kritisierten die Studenten. Ihr Alltag sehe anders aus. „Wir leben bei uns sicher“, sagt Politikstudent Dagan Cohen, dessen Großmutter aus Deutschland stammt.

Als die vielen internationalen Delegationen beim Muimun-Wettbewerb gefordert waren, landestypische Speisen mitzubringen, einigten sie sich in der Gruppe auf zwei Dinge: Matze, das ungesäuerte Brot, das während des Pessachfestes gegessen wird, und Baklava, das süße Blätterteiggebäck mit gehackten Walnüssen, Mandeln oder Pistazien – eine arabische Spezialität.

Für die Studenten bleiben nach ihrem Muimun-Treffen viele Kontakte, auch mit münsterischen Gastfamilien. Interessant, wie sehr die Israelis die Freundlichkeit der Westfalen loben. In den Shops könne man Englisch sprechen. „Und in den Cafés“, sagt Saleem Bishop, „konnte ich meinen Kaffee noch besser auf Arabisch bestellen.“

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