Cécile Lecomte entgeht Erzwingungshaft
JVA-Chef zahlt Strafe der Kletteraktivistin

Münster -

Die Umwelt-Kletteraktivistin Cécile Lecomte entging am Dienstag der eintägigen Erzwingungshaft. Der Grund: Das Bußgeld für ihre Aktion in Münster wurde bezahlt – vom Leiter der Justizvollzugsanstalt.

Mittwoch, 06.04.2016, 15:04 Uhr

Cécile Lecomte  bei ihrem Kletter-Protest. Foto: Röttig
Cécile Lecomte  bei ihrem Kletter-Protest Foto: Röttig

Eigentlich sollte Umwelt-Kletteraktivistin Cécile Lecomte am Dienstag eine eintägige Haftstraße in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Hildesheim antreten , weil sie eine Geldstrafe in Höhe von 20 Euro nicht zahlen wollte. Die hatte ihr das Dortmunder Schifffahrtsgericht wegen „Fehlbenutzung einer Schifffahrtsanlage“ aufgebrummt: Lecomte hatte sich bei einer Anti-Atomkraft-Demonstration im Mai 2012 von der Kanalbrücke der Wolbecker Straße abgeseilt. Doch sie entging der eintägigen Erzwingungshaft .

Verantwortlich dafür ist der Leiter der JVA für Frauen Vechta / Hildesheim , Oliver Weßels : Er hat die Strafe für Lecomte kurzerhand bezahlt – aus eigener Tasche, wie er am Mittwoch gegenüber unserer Zeitung betonte.

Das sei aber nicht etwa als „politisches Statement“ zu verstehen, sagte Weßels. Vielmehr habe er die Befürchtung gehegt, dass Lecomte „ihren Tag Erzwingungshaft sicherlich auch als politische Aktion gestalten wollte“. Da er der Aktivistin dafür keine Bühne bieten und den JVA-Bediensteten ersparen wollte, zu ihrem Spielball zu werden, habe er ihre Strafe bezahlt, erklärte der JVA-Leiter.

„Leider ist das ein Stück weit ins Leere gelaufen“, stellte Weßels angesichts des Medieninteresses fest, das er damit ausgelöst hat. Deshalb bedauere er seine Aktion ein wenig. „Aber die Bediensteten sind nicht zum Spielball geworden. Dass ich es nun bin, muss ich eben mit Fassung tragen.“

Protest gegen Atommüll-Transport am Dortmund-Ems-Kanal

Spektakuläre Aktion auf dem Kanal: Das ist damals passiert

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Protest gegen Atommüll-Transport am Dortmund-Ems-Kanal

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  • Nachdem das Schiff sechs Stunden lang an der Weiterfahrt gehindert wurde, wird die Blockade aufgelöst.

    Foto: Claus Röttig
  • Polizisten seilen sich ab um die Blockade aufzulösen.

    Foto: Claus Röttig
  • Die Polizei beendet die Protestaktion.

    Foto: Claus Röttig
  • Auch ein Polizeischiff ist im Einsatz.

    Foto: Claus Röttig
  • Ein Polizist seilt sich ab um den Protest zu beenden.

    Foto: Claus Röttig
  • Ein Spezialeinsatzkommando der Polizei ist im Einsatz.

    Foto: Claus Röttig
  • Gegen 23 Uhr löst die Polizei die Blockade auf.

    Foto: Claus Röttig
  • Der mit Pumpen und Dampferzeugerteilen beladene Frachter. Im Hintergrund die Blockade an der Kanalbrücke Wolbecker Straße.

    Foto: Jan Hullmann
  • Durch die Blockade wird der Frachter (hier im Vordergrund) sechs Stunden an der Weiterfahrt gehindert.

    Foto: Jan Hullmann
  • Blockade der Aktivisten

    Foto: Jan Hullmann
  • „Mit unserer Aktion wollen wir ein Zeichen gegen Atommülltourismus setzen“, so einer der Aktivisten.

    Foto: Jan Hullmann
  • Mit dieser Hängeblockade gelingt es den Aktivisten den Transport aufzuhalten

    Foto: Jan Hullmann
  • Dieser Frachter sollte an der Weiterfahrt gehindert werden.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Aktivisten der Organisation „Robin Wood“ protestieren gegen den Transport von Atommüll auf dem Kanal.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Aktivisten blockieren die Kanalbrücke an der Wolbecker Straße.

    Foto: Matthias Ahlke

 

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