So., 10.04.2016

Protestzug gegen Hafengestaltung Nach der Demo brannten Autos

Protestzug gegen Hafengestaltung : Nach der Demo brannten Autos

Foto: Christopher Braun

Münster - 

Unmittelbar nach einer Demonstration gegen die geplante Umgestaltung des Hafens sind am Samstagabend Autos angezündet und Scheiben eingeworfen worden. Laut Angaben der Polizei standen an der Hafenstraße und am Hafenweg mehrere Wagen in Flammen, ein Mercedes am Hafenweg brannte vollständig aus. Auch wurden mehrere Fensterscheiben von Häusern eingeworfen.

Von Klaus Möllers

Die Polizei spricht von „Straftätern aus den Reihen der Nachttanz-Demo“. Die Beamten nahmen nach eigenen Angaben vier Personen wegen Brandstiftung und Sachbeschädigung vorläufig fest: Es handelte sich um eine 19 Jahre alte Münsteranerin, einen 20 Jahre alten Mann aus Wasserburg am Inn sowie zwei Frauen, die zunächst keine Angaben zu ihrer Identität machten und sich nicht ausweisen konnten, hieß es. Bei der Durchsuchung der vier fanden die Polizisten unter anderem Sturmhauben, Handschuhe, Kopflampen, Klebstoff und Feuerzeuge.

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Straftäter aus den Reihen der Nachttanz-Demo

Polizei Münster

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An der angemeldeten „Nachttanz-Demo“ am Samstagabend nahmen geschätzt rund 150, nach Angaben der Veranstalter bis zu 300 hauptsächlich junge Menschen teil. Die Demo richtete sich gegen den Bau des geplanten Hafencenters und die weitere Umgestaltung des Hafengebietes. Die Teilnehmer hatten sich ab 19.15 Uhr am Bremer Platz versammelt. Weil die Lautsprecheranlage auf einem Begleitfahrzeug nicht funktionierte, zogen sie erst gegen 21.30 Uhr los.

Fotostrecke: Demonstration gegen den Bau des Hafencenters

Die Stimmung war zu dem Zeitpunkt friedlich, auch während die Gruppe über die Wolbecker Straße, den Servatiiplatz, die Stubengasse und Engelenschanze zum alten Postgebäude am Hansaring zog. Das Haus war Anfang Februar von Gegnern des Hafencenters besetzt und wenige Tage später von der Polizei geräumt worden. Bei der Abschlusskundgebung der Demo um etwa 23.10 Uhr forderten die Demonstranten, wie seinerzeit die Hausbesetzer, die Einrichtung eines „sozialen Zentrums“. Man wünsche sich Räume unter anderem „für Gruppentreffen, Kunst- und Kulturprojekte, Proberäume, Ateliers, Werkstätten und Gärten“. Kritisiert wurde, dass die Polizei sowohl bei der Besetzung des ehemaligen Hauptzollamtes im Oktober vergangenen Jahres als auch bei der Post mit Gewalt gegen die Besetzer vorgegangen sei.

Dass es kurz darauf zu Brandstiftungen und Sachbeschädigungen kommen würde, zeichnete sich laut Polizei nicht ab. Die Demo sei friedlich und ohne Anzeichen von Gewaltbereitschaft beendet worden.

Fotostrecke: Protestzug gegen die Hafengestaltung

Fokke Bohlsen aus den Reihen der Organisatoren, der Freiraum-Initiative Münster , zeigte sich am Sonntag „überrascht“, dass Teilnehmer Straftaten begangen haben sollen. „Ich kann mir absolut nicht vorstellen, dass irgendein Mensch aus dem Vorbereitungskreis etwas mit den von der Polizei genannten Straftaten zu tun hat", versicherte Bohlsen. Er fand es „äußerst bedauerlich, wenn von der Polizei hier ein Zusammenhang konstruiert wird, nur um damit die berechtigten Anliegen der Demo zu diskreditieren“.

Die Demonstration war von Polizei und Mitarbeitern des Ordnungsamtes begleitet worden. Die späteren Straftäter seien eindeutig der Demo zuzuordnen gewesen, weil sie schon bei der Demonstration dabei gewesen seien, sagte Polizeisprecherin Angela Lüttmann.

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