Mo., 11.04.2016

„malFREIzeit“: Aktion der Kolpingjugend Mit Seifenblasen für mehr Freiraum

Buntes Programm: Nicht nur mit Straßenmalkreide, vielen Argumenten und tänzerischen Darbietungen fordert die Kolpingjugend im Bistum Münster auf dem Stubengassenplatz mehr Freiräume bei Schul-, Berufs- und Studienausbildung ein.

Buntes Programm: Nicht nur mit Straßenmalkreide, vielen Argumenten und tänzerischen Darbietungen fordert die Kolpingjugend im Bistum Münster auf dem Stubengassenplatz mehr Freiräume bei Schul-, Berufs- und Studienausbildung ein. Foto: Oliver Werner

Münster - 

Mehr Freiräume bei Schul-, Berufs- und Studienausbildung: Dafür setzt sich die Kolpingjugend im Bistum Münster ein.

Von Maria Conlan

Samstagvormittag in Münster – überall herrscht Hektik, doch Elisa (sechs Jahre) und Julia (neun Jahre) genießen Seifenblasen mitten auf der Stubengasse. Sie sind aus Borghorst zu einer Geburtstagsfeier gekommen und waren überrascht, weitere Seifenblasenfreunde zu treffen: Die Kolpingjugend im Bistum Münster hat ein großes Areal auf dem Platz mit orangefarbenen Liegestühlen und Sitzsäcken markiert, Aufstellwänden und bunten Kreidebildern.

Zwei als Bären verkleidete Frauen verteilen Süßigkeiten, andere junge Leute singen, tanzen, spielen, malen und sprechen mit Passanten – eine öffentliche Aktion für mehr Freiräume bei Schul-, Berufs- und Studienausbildung.

Fotostrecke: Kolping-Malaktion auf der Stubengasse

Elisa und Julia sind froh, dass ihre Freiräume, um Freundinnen zu treffen, am PC oder draußen zu spielen, noch nicht bedroht sind. Auch ihre Mutter freut sich über diese Kolping-Aktion, deren Mitglieder am Samstag an den orangefarbenen Jacken und Armbändern zu erkennen sind wie Christina Huster (Kolpingjugend Coesfeld ). Am Morgen ist sie von der Frühjahrs-Diözesankonferenz mit mehr als 50 Engagierten aus Coesfeld per Bus angereist, um Münsteraner auf den Wunsch nach mehr Freiraum aufmerksam zu machen, angeregt vom Landesjugendring NRW. Huster studiert Physikalische Technik in Steinfurt, „ein sehr verschultes Studium“, sagt sie, bei dem sie die vorlesungsfreie Zeit zum Lernen nutzen muss. Für sie ist es schwierig, sich Freiräume etwa für die Kolpingarbeit zu schaffen. Huster zitiert eine Studie der Techniker-Krankenkasse, nach der nur ein Viertel aller Studierenden stressfrei lernen können. Das Problem sieht sie schon bei Kindern, die es verlernt hätten, sich allein zu beschäftigen. „Die Kolpingjugend versucht, hier entgegen zu wirken. Freiräume sind wichtig“, erklärt Huster. Die Kolpingjugend im Bistum Münster zählt 7000 Mitglieder bis zu 29 Jahren.

Dazu gehören Hannah Saget und Britta Spahlholz (beide Kolpingjugend Münster Zentral). Sie studieren Theologie bzw. Erziehungswissenschaften. Ihr persönlicher Wunsch ist „Entschleunigung“ und „mehr Miteinander als Gegeneinander“ für Freiraum, den sie durch Konkurrenzdruck der Kommilitonen untereinander bedroht sehen.

Lennart Potthoff (Kolpingjugend Darfeld) und Simon Tillmann (Kolpingjugend Münster) wünschen sich, dass die Semesterferien auch in die Zeit der Sommerferien fallen, damit sie weiter als Jugendleiter Kolping-Freizeiten begleiten können, ohne sich um die nächste Klausur zu sorgen.

Der 13-jährige Liam chillt auf einem der orangenen Liegestühle. Er hat seit Kurzem durch einen Schulwechsel für sich Freiraum gewonnen, was ihn erleichtert und glücklich macht. Er genießt mit seinem Vater zusammen am Samstag die Kolping-Aktion.

Gegen Ende des Jahres wird die Kolpingjugend eine Podiumsdiskussion zum Thema organisieren. Bis sich etwas ändere, sei es gut den Spruch von den verteilten Aufklebern zu beherzigen, so die Organisatoren: „Es ist besser, zu genießen und zu bereuen, als zu bereuen, dass man nicht genossen hat.“ (Giovanni Boccaccio).

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