Erzieher und Eltern fahren zur Demo
Kleine Kitas ringen um ihre Existenz

Münster -

Die Finanzsituation in vielen kleinen Kitas ist am Limit. Zahlreiche Erzieher und Eltern kleiner Kitas fuhren am Donnerstagmittag von Münster aus nach Düsseldorf, um vor dem Familienministerium zu demonstrieren.

Donnerstag, 14.04.2016, 15:04 Uhr

Eine sichere Kita-Finanzierung fordern Erzieher wie Eltern. Vor der Abfahrt zur Demonstration vor dem Familienministerium hielten sie auf dem Busparkplatz ihre Transparente hoch.
Eine sichere Kita-Finanzierung fordern Erzieher wie Eltern. Vor der Abfahrt zur Demonstration vor dem Familienministerium hielten sie auf dem Busparkplatz ihre Transparente hoch. Foto: hö

Vor allem kleinen Kitas mit ein oder zwei Gruppen steht das Wasser bis zum Hals. Um auf die Finanzmisere aufmerksam zu machen und höhere Pauschalen pro Kind im Kinderbildungsgesetz (Kibiz) zu fordern, machten sich am Donnerstagmittag rund 60 Erzieherinnen, Vorstandsmitglieder und Eltern mit Kindern auf den Weg nach Düsseldorf . Dort protestieren sie am Nachmittag gemeinsam mit Betroffenen aus anderen Städten vor dem Familienministerium dafür, „die Finanzierung der Kitas endlich auf sichere Beine zu stellen“, bringt es Erzieherin Charmaine Skenne von der Kita „Kotenbeis“ auf den Punkt.

Mit im Gepäck haben die Münsteraner rund 1000 Unterschriften, um Druck auf die Landesregierung zu machen. Die Schere zwischen Einnahmen und Ausgaben gehe seit 2008, als das Kibiz in Kraft trat, immer weiter auseinander, erinnert Beate Heeg vom Verein Eltern helfen Eltern. „Jetzt geht es vor allem bei vielen kleinen Kitas mit weniger als 40 Plätzen um die Existenz.“ Denn die berechtigten Neueingruppierungen der Leitungen, die Steigerungen von bis zu 15 Prozent mit sich bringen, seien kaum finanzierbar.

Die Stadt Münster sei dankenswerterweise mit einer finanziellen Förderung in die Bresche gesprungen. Doch eine Lösung für die Zukunft bringe nur eine Änderung des Kibiz, hieß es unisono vor der Abfahrt nach Düsseldorf, wo auch ein Gespräch mit der jugend- und familienpolitischen Sprecherin von Bündnis 90/Die Grünen, Andrea Asch, stattfinden soll. Die „finanzielle Sicherheit für die Mitarbeiter sichert auch die Qualität in den Kitas“, betont Mutter Martina Bürger, die sich mit ihrem dreijährigen Sohn dem Protestzug anschließt.

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