Mo., 13.06.2016

Theologe Harald Wagner mit 72 Jahren gestorben Ein überzeugter Ökumeniker

Prof. Harald Wagner (l.) übergab die Redaktion der „Theologische Revue“ 2009 an Prof. Thomas Bremer.

Prof. Harald Wagner (l.) übergab die Redaktion der „Theologische Revue“ 2009 an Prof. Thomas Bremer. Foto: loy

Münster - 

Die Katholisch-Theologische Fakultät der Universität Münster trauert um Prof. Dr. Harald Wagner.

Von Johannes Loy

Der Lehrstuhlinhaber für Dogmatik und Dogmengeschichte (1994-2009), Nachfolger von Prof. Herbert Vorgrimler , ist am 7. Juni nach langer Krankheit im Alter von 72 Jahren gestorben. Internationales Renommee erwarb sich Wagner von 1996 bis 2009 auch als Schriftleiter der im Aschendorff-Verlag erscheinenden Theologischen Revue, der bedeutendsten theologischen Rezensionszeitschrift.

Harald Wagners Lebensthema war, wie die Theologische Fakultät in einem Nachruf schreibt, die Einheit der Kirchen. Wagner, so heißt es dort weiter, „hätte sich gewiss gefreut, all das noch wahrzunehmen, was sich im Blick auf das Reformationsjubiläum 2017 in Vorbereitung befindet“. Seine Schüler, Weggefährten und Freunde spürten jedoch deutlich, dass Wagners Lebensjahre zunehmend überschattet waren durch die fortschreitende gesundheitliche Beeinträchtigung, die er mit großer Geduld ertrug.

Geboren 1944 in Benisch/Kreis Freudenthal im Sudetenland, erlebte Wagner das Schicksal eines Flüchtlingskinds, verlor früh seinen Vater sowie seine einzige Schwester. Nach Studien in Frankfurt, St. Georgen, München und Rom, in deren Zeit 1968 auch die Priesterweihe für das Bistum Limburg fiel, wurde er 1972 in Rom promoviert und 1976 in München habilitiert. Sein Forschungs- und Lehrschwerpunkt waren der Frühkatholizismus und die Ökumenische Theologie. Der Großteil seiner Publikationen – sieben Monografien, etwa 100 Aufsätze und ebenso viele Rezensionen – waren diesen Themenfeldern gewidmet.

Als Dozent wirkte Harald Wagner zunächst an der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd, dann als Leiter des Katholisch-Theologischen Seminars an der Philipps-Universität Marburg mit paralleler Professur an der Theologischen Fakultät Fulda. Seit 1982 arbeitete er am Johann-Möhler-Institut in Paderborn mit und übernahm dann von 1994 bis 2009 die Professur für Dogmatik und Dogmengeschichte an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Dort erinnern sich Schüler und Wegbegleiter an einen überzeugenden Theologen und Priester sowie stets kollegialen und freundlichen Mitmenschen.

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