Di., 19.07.2016

Reisebüros zu Reaktionen nach Nizza und Putschversuch Die Unsicherheit wächst

Leere Strände wie hier am Dienstag am Lara Beach in Antalya sind in der Türkei keine Seltenheit mehr.

Leere Strände wie hier am Dienstag am Lara Beach in Antalya sind in der Türkei keine Seltenheit mehr. Foto: dpa/Marius Becker

Münster - 

Die Verunsicherung bei deutschen Urlaubern ist groß. Der jüngste Terror-Anschlag in Nizza und besonders der gescheiterte Putsch in der Türkei gegen Staatspräsident Erdogan lassen immer mehr Touristen daran zweifeln, ob in den betroffenen Ländern noch ein sicherer Urlaub gewährleistet werden kann.

Von Jonas Stärk

In der Türkei ist dies kein neuer Trend, da sich die politische Situation bereits seit Längerem als instabil darstellt. „Türkei läuft dieses Jahr nicht“, berichtet beispielsweise Frank Bökenkröger, Geschäftsführer der Aster Reise Service GmbH.

Auch andere münsterische Reisebüros erklärten, dass die Buchungen für Türkei-Urlaube in diesem Jahr trotz fallender Preise dramatisch zurückgegangen seien. Die Wirkung des Putschversuchs selber sei laut den Reisebüros allerdings überschaubar. Nur drei Reisen wurden seither beispielsweise bei der Reiseagentur Meimberg storniert. Dennoch habe sich die Unsicherheit der Urlauber weiter verstärkt. Die Reiseagentur Meimberg gab an, nach dem Putsch mit allen Kunden telefoniert zu haben, welche bei ihnen aktuell eine Türkei-Reise gebucht hatten und sie über mögliche Schritte beraten zu haben. Zwei weitere Reisebüros hingegen gaben zu diesem Thema keine Auskunft. Sie hätten wegen der aktuellen Ereignisse zu viel zu tun, hieß es.

Reisen nicht mehr beworben

Sven Hosse von der Reiseagentur Meimberg gab an, man wolle niemanden, der Sicherheitsbedenken hege, zu einer Reise in die Türkei überreden: „Jeder Kunde muss selbst entscheiden, ob er da nun hinfahren will oder nicht.“ Reisen nach Istanbul oder Ankara würden allerdings wegen der instabilen Sicherheitslage teilweise gar nicht mehr beworben.

Bei der Bewertung der Sicherheitslage raten die Reiseveranstalter ihren Kunden, auf die Reisehinweise des Auswärtigen Amtes zu achten.

Erhöhtes Bedürfnis nach Sicherheit

Die Profiteure der Lage in der Türkei sind besonders Touristengebiete in Spanien, Portugal, Italien und Griechenland. Umbuchungen in diese Regionen gestalten sich allerdings sehr schwierig, da sie meistens ausgebucht seien oder die Preise wegen der hohen Nachfrage deutlich über denen für Türkei-Reisen liegen. Auch der Inlandstourismus sowie Reisen nach Österreich zogen in den vergangenen Monaten an, da viele Reisende ein erhöhtes Sicherheitsbedürfnis verspüren.

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Die Nachfrage nach Reisen in Richtung Frankreich habe sich laut den Auskünften mehrerer münsterischer Reisebüros trotz der wiederholten Terror-Anschläge kaum verändert.

Allerdings sorgen „Anschläge des IS natürlich jedes mal für ein bisschen mehr Verunsicherung und beeinflussen die Kunden immer weiter in ihrem Verhalten“, weiß Christoph Lückertz, Geschäftsführer vom Reisebüro Lückertz an der Salzstraße.

Fotostrecke: Terror in Nizza: Lkw fährt in Menschenmenge

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