Börse vermittelt zwischen Jugendlichen und Senioren
Taschengeld für Gartenarbeit

Münster -

Das Rasenmähen geht nicht mehr, der Einkauf ist beschwerlicher geworden und der Computer streikt. Viele Senioren in Münster kennen solche Probleme aus dem Alltag nur zu gut.

Donnerstag, 03.11.2016, 13:11 Uhr

Die Taschengeldbörse vermittelt zwischen Senioren, die Hilfe brauchen, und Jugendlichen, die helfen wollen. Manfred Poppenborg und Martin Schofer von der Kommunalen Seniorenvertretung stellten das Projekt beim Runden Tisch vor.
Die Taschengeldbörse vermittelt zwischen Senioren, die Hilfe brauchen, und Jugendlichen, die helfen wollen. Manfred Poppenborg und Martin Schofer von der Kommunalen Seniorenvertretung stellten das Projekt beim Runden Tisch vor. Foto: anf

Für Jugendliche hingegen reicht das Taschengeld der Eltern oft nicht aus. Der Kinobesuch, das Schwimmbad und der Handyvertrag wollen bezahlt werden. Sich ein paar Euro im Monat dazuzuverdienen, können viele junge Leute gut gebrauchen.

Um beide Probleme gleichzeitig zu lösen, hat sich die Kommunale Seniorenvertretung der Stadt etwas einfallen lassen: Die Taschengeldbörse . Beim Runden Tisch der Seniorinnen und Senioren stellte Manfred Poppenborg von der Kommunalen Seniorenvertretung das Projekt vor.

Die Idee entstand Anfang des Jahres 2014. Auch im weiteren Umkreis, zum Beispiel in Paderborn oder Iserlohn , gibt es bereits solche Taschengeldbörsen. „Wir hatten ein Ziel, wir wollten Alt und Jung zusammenbringen“, erklärte Manfred Poppenborg, der das Projekt aus der Taufe gehoben hat.

Das Prinzip der Taschengeldbörse ist einfach. Wird Hilfe im Garten, bei der Tierpflege oder für das Handy benötigt, können sich die älteren Menschen bei der Taschengeldbörse melden. Ebenso melden sich dort auch die Jugendlichen, die ihr Taschengeld aufbessern möchten. Die Mädchen und Jungen dürfen zwischen 14 und 17 Jahren alt sein. Sie können Wünsche äußern, in welchem Stadtteil sie helfen wollen und ob sie lieber mit dem Hund spazieren oder einkaufen gehen möchten.

Die Mitarbeiter der „Taschengeldbörse“ vermitteln zwischen Jugendlichen und Senioren. Die jungen Leute besuchen dann ihre älteren Mitbürger und nehmen ihnen Arbeit ab. „Vorgeschlagen ist ein Stundenlohn von fünf Euro“, erklärt Manfred Poppenborg. Der sei aber verhandelbar. Der Einsatz sei einmalig, weder Jung noch Alten binden sich langfristig.

Am 6. Juni dieses Jahres startete das Programm offiziell. „Das Ganze ist aus unserer Sicht prächtig angelaufen“, findet Manfred Poppenberg. Derzeit helfen sich rund 50 Jugendliche und 33 Senioren bei der Taschengeldbörse gegenseitig. Was nach eher wenig klingt, sei im Vergleich zu anderen Börsen gutes Mittelmaß, so Poppenborg.

Mit der Stiftung Magdalenenhospital hat die Kommunale Seniorenvertretung zudem einen starken Kooperationspartner gefunden. Besonders toll findet Manfred Poppenborg, wie offen die Senioren gegenüber den jungen Leuten seien. „Wir haben bisher keine schlechten Erfahrungen gemacht“, freut er sich.

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