Fr., 02.12.2016

Radverkehrskonzept „600 000 Euro sind ein Witz“

Bürgersymposium zur Zukunft des Radverkehrs in Münster:  Oberbürgermeister Markus Lewe ermunterte zu Beginn des Treffens 2015 die Bürger, sich einzubringen.

Bürgersymposium zur Zukunft des Radverkehrs in Münster: Oberbürgermeister Markus Lewe ermunterte zu Beginn des Treffens 2015 die Bürger, sich einzubringen. Foto: ohw

Münster - 

Statt den vorgesehenen fünf Millionen Euro pro Jahr stellt die Stadt im nächsten Haushalt nur 600.000 Euro für das in großer Runde erarbeitete Radverkehrskonzept bereit. So wird das nichts mit zukunftsfähigem Radverkehr, meint die SPD und attackiert Oberbürgermeister Lewe.

Von Dirk Anger

„So wenig Umsetzungsbereitschaft habe ich selten erlebt“, sagt der verkehrspolitische Sprecher der SPD-Ratsfraktion. Thomas Fastermann spricht mit Blick auf das von ihm im Kern für gut befundene „ Radverkehrskonzept Münster 2025“ gleichwohl von einer „herben Enttäuschung“.

Das Konzept selbst beziffert die notwendigen Investitionen in den Radverkehr auf fünf Millionen Euro pro Jahr, um eine Vorreiterrolle in diesem Bereich einnehmen zu können. „Die jetzt bereitgestellten 600.000 Euro sind ein Witz“, befindet Fastermann.

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Alle, die sich an dem Prozess beteiligt haben, müssen sich doch veräppelt fühlen, wenn ein gutes Konzept entwickelt wird, aber man nicht bereit ist, es umzusetzen.

Thomas Fastermann, SPD Münster

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Zur Erinnerung: In einem breit angelegten Prozess hatten Bürger, Verkehrsexperten und Politiker seit 2013 über die Zukunft des Radverkehrs in Münster diskutiert. Dabei wurde als Ziel formuliert, den Anteil der Radler im Verkehr von 40 auf 50 Prozent zu steigern, den Radius der zurückgelegten Strecken von acht auf 15 Kilometer zu vergrößern. „Alles gute Ansätze“, sagt Fastermann. Doch angesichts der bereitgestellten Mittel im kommenden Haushalt „bleibt von den ausgegebenen Zielen nichts mehr übrig“.

Fotostrecke: Das neue Radverkehrskonzept wird vorgestellt

„Alle, die sich an dem Prozess beteiligt haben, müssen sich doch veräppelt fühlen, wenn ein gutes Konzept entwickelt wird, aber man nicht bereit ist, es umzusetzen“, meint der SPD-Politiker. Als Schwachstelle in diesem Zusammenhang benennt Fastermann Oberbürgermeister Markus Lewe , der beim Symposium noch große Reden geschwungen habe. „Dass er sich nicht durchsetzen kann, ist ein Armutszeugnis.“

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Es müsse eine Verlagerung zwischen den Verkehrsmitteln geben, dies sei ja beabsichtigt. „Aber wenn ich die Mittel nicht bereitstelle, muss ich nicht damit rechnen, dass sich eine Verlagerung einstellt.“

Laut Fastermann könnten zusätzliche Mittel für den Radverkehr etwa zur Schließung von Netzlücken und für bessere Radwege durch Umschichtung im Etat des Tiefbauamtes gewonnen werden.

Fotostrecke: Schwachstellen der Fahrradhauptstadt

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