Mi., 04.01.2017

MTZ-MPI-Award Preisverleihung verschoben - Liebes-Hochzeit in Neu Delhi

Hochzeit in traditionellen indischen Gewändern. 

Hochzeit in traditionellen indischen Gewändern.  Foto: Urs Langen

Münster - 

Urs Langen hat seine Frau Jyoti Rao im Labor für molekulare Biomedizin kennengelernt. Eigentlich sollten die beiden Doktoren für Arbeit dort geehrt werden, doch es kam etwas dazwischen.

Von Günter Benning

Ihre Liebe begann im Labor: Jyoti Rao und Urs Langen lernten sich im Max-Planck-Institut für molekulare Biomedizin kennen. Er aus Lörrach in Baden, sie aus Indien .

Eigentlich sollten die beiden jungen Doktoren schon vor einem Monat für ihre Arbeit geehrt werden. Sie bekommen nämlich den „MTZ-MPI-Award“ des Stifter-Ehepaars Monika und Thomas Zimmermann. Doch daraus wurde erst mal nichts. Stattdessen stand in Indien die Hochzeit an. „Mit 350 Leuten“, sagt Urs Langen, „das war dort fast wenig.“

Tatsächlich: Als Iyoti Raos ältere Schwester heiratete, da kamen 600 Feiernde zusammen. Das war also klassisch indisch.

Mit Turban und Kurti

Die deutsche Delegation bestand dafür in diesem Fall aus 30 Badenern und anderen Freunden, die zunächst einen europäischen Abend veranstalteten. „Eher wie eine Verlobung“, schildert Langen, „mit Ringtauschen, Diashow, Tischdeko aus Deutschland.“ Und sein Bruder legte die Musik auf.

Die anderen beiden Hochzeitstage waren indisch. Es wurden viele Fotos gemacht, es wurde ausgiebig getanzt. Und ein Hindupriester traute das Paar. Langen: „Das ging auch ohne dass ich konvertieren musste.“

Ein bisschen Anpassung war dann aber doch erforderlich. Die Braut trug Sari, der Bräutigam Turban und den klassischen indischen Kurti. Auch die badische Verwandtschaft legte zum Fest die bequemen weiten Gewänder Indiens an.

Traditionell sucht in Indien übrigens die Familie den Bräutigam aus. Eine Frage der Ehre. „Aber uns hat die Familie keine Steine in den Weg gelegt“, sagt Langen.

Umzug in die USA

In der Ehe des Biochemikers und der Genetikerin wird es auch weiter kosmopolitisch zugehen. Im Institut wurde sowieso meist Englisch gesprochen, Zuhause auch. Und in wenigen Tagen ziehen die preisgekrönten Jung-Forscher in die USA. Beide haben Post-Doktorandenstellen an der Harvard Medical School bekommen und könnten dort weiterarbeiten.

In Münster hat Urs Langen im Geistviertel gewohnt. Beide haben sich in der Stadt sehr wohl gefühlt. „Jyoti“, sagt Urs Langen, „musste sich nur etwas an das Essen gewöhnen – das ist in Indien doch viel schärfer.“

Bei ihrer Beziehung hilft die Arbeit: „Es ist schön, dass wir etwas ähnliches machen – der eine weiß, wie es beim anderen ist.“

Verspätete Preisverleihung

Die Preisträger Dr. Jyoti Rao und Dr. Urs Langen werden in kurzen englischen Vorträgen (für Englischsprachige sollen sie allgemeinverständlich sein) ihre Forschung erläutern. Die Laudationes halten Privatdozent Dr. Boris Greber und Prof. Dr. Ralf Adams. Das Stifter-Ehepaar Monika und Thomas Zimmermann wird die Urkunden überreichen.

Dr. Jyoti Rao schrieb ihre Doktorarbeit über die Differenzierung von Herzmuskelzellen aus embryonalen Stammzellen bei Dr. Greber. Dr. Urs Langen stellte bei Prof. Adams seine Doktorarbeit über Blutgefäße im Knochen während der Entwicklung fertig. Nicht genug der Feierlichkeiten: die MTZ-Stiftung feiert in diesen Monaten ihr zehnjähriges Bestehen. Sie fördert mit fünf verschiedenen Awards die junge wissenschaftliche Exzellenz, die mit ihren bahnbrechenden Forschungsergebnissen in neue Dimensionen bei der Erforschung von Krankheitsursachen und der Entwicklung von Arzneimitteln vorstoßen. Das Stifter-Ehepaar Monika und Thomas Zimmermann möchte auf diese Weise junge Menschen auf ihrem Weg in der Forschung unterstützen. Seit 2009 ehrt die Stiftung junge Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für molekulare Biomedizin. Der Preis ist mit 2500 Euro dotiert.

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