Mi., 11.01.2017

Tierschützer laufen Streife in der City Im Visier der „Pelz-Polizei“

Echt- oder Kunstpelz? Passant Romario Malkani (l.) ließ sich bereitwillig von den „Pelz-Polizisten“ Michael Seitz und Jennifer Schöpf (r.) über Unterscheidungsmerkmale und Tierschutz-Gesichtspunkte informieren.

Echt- oder Kunstpelz? Passant Romario Malkani (l.) ließ sich bereitwillig von den „Pelz-Polizisten“ Michael Seitz und Jennifer Schöpf (r.) über Unterscheidungsmerkmale und Tierschutz-Gesichtspunkte informieren. Foto: Matthias Ahlke

Münster - 

Aktivisten des Deutschen Tierschutzbüros liefen in der Ludgeristraße als „Pelz-Polizei“ Streife, sensibilisierten Passanten und erklärten Unterschiede zwischen Echt- und Kunstpelz.

Von Karin Höller

Wer bei der derzeitigen Mode keinen Pelzkragen an der Jacke trägt, fällt auf. Ein Trend, der den Tierschützern ein Dorn im Auge ist. „Denn Echtpelz-Träger können so in der Masse untertauchen“, sagt Michael Seitz vom Deutschen Tierschutzbüro, das am Mittwoch mit einer ungewöhnlichen Aktion auf die Pelzträgern in der Ludgeri-Fußgängerzone zuging: in sehr amtlich wirkenden blau-schwarzen Jacken mit der Aufschrift „Pelz-Polizei“.

Fotostrecke: Pelz-Polizei in der City

Denn viele „wissen gar nicht, ob sie einen Echt- oder Fake-Pelz tragen“, so Seitz. Und auch nichts über „das unsägliche Tierleid hinter dem Produkt“. Die Tierschützer prangern viel zu kleine Käfige und qualvolle Tötungsmethoden an. Die 15 Prozent der Felle, die nicht aus Zucht- sondern aus Jagdbeständen stammten, „kommen oft aus Ländern mit mangelhaften Tierschutzgesetzen“, ergänzt Jennifer Schöpf , die ebenfalls als Pelz-Polizei Streife läuft.

Echter Pelz oder Fake-Produkt?

Einige der Passanten, die sich auf ein Gespräch in der Fußgängerzone einlassen, geben zu, dass sie sich bislang keine Gedanken darüber gemacht haben, was sie da tragen. „Ich habe die Jacke mit dem Fellkragen gekauft, weil sie gut aussieht“, erzählt Romario Malkani. Er lässt sich von Tierschützer Michael Seitz geduldig erklären, wie man Echtpelze von Fake-Produkten unterscheidet und ist am Ende froh, dass er „nur einen Kunstpelz“ trägt.

Seitz demonstriert die Unterscheidungsmerkmale an einem Waschbärbommel, dessen Haare sich beim Hin- und Herwippen federnd bewegen. Zwischen den auseinandergeklappten Haaren ist die wärmende Unterwolle zu erkennen – und ganz unten die Lederhaut statt der Webstruktur beim Kunstpelz. Wer ganz sicher gehen will, zündet ein gezupftes Büschel Haare an und riecht sofort den Gestank verbrannter Haare. Der günstige Preis sei jedenfalls kein Ausschlusskriterium für Echtpelze. Die sind laut Schöpf mitunter sogar billiger als qualitativ hochwertige Kunstpelze.

Schwer zu erkennen

Die Tierschützer kritisieren zudem die fehlende oder irreführende Kennzeichnung von Naturpelzen. Wenn im Etikett beispielsweise steht: „Enthält nicht textile Bestandteile tierischen Ursprungs.“

Für das Thema sensibilisieren in dieser Woche Pelz-Polizei-Streifen in zahlreichen Großstädten.

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