Do., 02.03.2017

Service- und Ordnungsdienst Viele Aufgaben – wenig Personal

22 Mitarbeiter hat der Service- und Ordnungsdienst.

22 Mitarbeiter hat der Service- und Ordnungsdienst. Foto: ohw

Münster - 

Der Service- und Ordnungsdienst der Stadt hat gerade mal 22 Mitarbeiter. An manchen Tagen sind gerade mal ein bis zwei Streifen unterwegs – und das bei immer umfangreicheren Aufgaben.

Von Martin Kalitschke

Köln, eine Million Einwohner, hat seinen Service- und Ordnungsdienst kürzlich kräftig aufgestockt – von 127 auf 227 Mitarbeiter. In Münster, gut 300 000 Einwohner, muss der Service- und Ordnungsdienst mit gerade mal 22 Mitarbeitern auskommen. Reicht das aus?

Bestandsaufnahme mit Blick in die Zukunft

Der zuständige Dezernent Wolfgang Heuer verweist auf eine Vorlage, die zurzeit in Arbeit ist und in den kommenden Wochen der Politik vorgelegt werden soll. 15 Jahre nach Start des Service- und Ordnungsdienstes sei das Dokument eine Bestandsaufnahme mit Blick in die Zukunft. „Wer diesen Bericht liest“, sagt Heuer vieldeutig, „wird die Frage beantworten müssen, ob 22 Mitarbeiter reichen.“

Fakt ist: Die Aufgaben, die sie erledigen müssen, sind umfangreicher, als die meisten vermuten würden. Denn der Service- und Ordnungsdienst verteilt nicht nur Knöllchen, wenn Autos im Parkverbot stehen, spricht Obdachlose an, die im Hamburger Tunnel liegen, oder hat Bettler im Visier.

Heuer zählt auf: „Im vergangenen Jahr führten die Mitarbeiter insgesamt mehr als 30 000 Bürgergespräche, sie machten 4200 Aufenthaltsermittlungen – meist für die Justiz – und 4100 Fahrerermittlungen bei Bußgeldverfahren im Straßenverkehr, sie sprachen 1600 Platzverweise aus, zum Beispiel bei aggressivem Betteln, ermahnten 1200 Radfahrer, kontrollierten 900 Mal Spielplätze.“

Nur 11 Mitarbeiter pro Schicht

Und natürlich waren nicht immer alle 22 Mitarbeiter zeitgleich im Einsatz, betont Heuer. Der Service- und Ordnungsdienst arbeitet in zwei Schichten, es stehen also pro Schicht nur maximal elf Mitarbeiter zur Verfügung. Urlaub, Krankheit, Sonderaufgaben wie Betreuung von Großveranstaltungen: „Es kann vorkommen, dass pro Schicht nur ein oder zwei Streifen unterwegs sind“, räumt der Dezernent ein.

Der dünnen Personaldecke stehen gestiegene Ansprüche aus Bevölkerung und Politik gegenüber – zum Beispiel rund um den Bahnhof, wo es, wie immer wieder zu hören ist, zumindest um das subjektive Sicherheitsgefühl nicht allzu gut bestellt ist. Mehr Präsenz von Polizei und Kommune (also Service- und Ordnungsdienst) wird gefordert – doch die Möglichkeiten sind begrenzt.

Schwierige Haushaltslage der Stadt

Und dann sind da noch Aufgaben, die die Polizei gewohnheitsmäßig übernommen hat, aber nicht zwingend übernehmen muss – zum Beispiel Einsätze, wenn sich Nachbarn über Ruhestörer beschweren. Die Polizei, so ist zu hören, würde solche Aufgaben gerne an die Kommune zurückgeben.

Wenig Personal, immer mehr Aufgaben – und doch will Wolfgang Heuer nicht einfach „mehr Personal“ rufen, denn natürlich weiß er um die schwierige Haushaltslage der Stadt. Der Dezernent wünscht sich vielmehr, dass die bevorstehende Berichtsvorlage einen Anstoß gibt, über die Zukunft dieses Behördenbereiches zu sprechen.

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