Di., 21.03.2017

Zooschule im Tierpark am Aasee Tierischer Unterricht zum Anfassen

Zooschul-Lehrerin Dorle Hermes erklärt den Kindern anhand eines Giraffenschädels die Anatomie von Wildtieren. Nach der Theorie im Unterrichtsraum ging es raus in die Praxis zu den Tieren.

Zooschul-Lehrerin Dorle Hermes erklärt den Kindern anhand eines Giraffenschädels die Anatomie von Wildtieren. Nach der Theorie im Unterrichtsraum ging es raus in die Praxis zu den Tieren. Foto: hpe

Münster - 

Rund 5000 Kinder erleben in jedem Jahr einen ganz besonderen Unterrichtstag, sie besuchen die Zooschule im Tierpark am Aasee und können dort die Bewohner beobachten.

Von Helmut P. Etzkorn

Es gibt keine ­Klassenarbeiten, sitzenbleiben kann auch niemand, und Handys sind im Unterricht erlaubt: Wer die Zooschule zumindest für einen Vormittag besucht, muss tierisch interessiert sein. Im Gegenzug gibt es nicht nur spannende Informationen über wilde und zahme Lebewesen und deren oft versteckte Lebensräume auf dieser Erde, es gibt auch ­Affe, Löwe, Pinguin und Co. hautnah zu erleben.

Unterricht direkt neben dem Aquarium

Im Biologieunterricht hat sich die Klasse 5 von der Loburg in Ostbevern auf ihren ganz besonderen Schul­besuch im Zoo Münster vorbereitet. Der Klassenraum des Tierparks am Aasee liegt gleich nebenan vom Aquarium, und die Stuhlreihen erinnern an einen Uni-Hörsaal. Vorn stehen auf Tischen Skelette und Schädel von großen und kleinen Raubtieren, Zooschul-Lehrerin Dorle Hermes hat das Thema „Anpassung von Säugetieren an ihren Lebensraum“ auf den Stundenplan gesetzt.

Der Gepard, gebaut wie ein Windhund, kann mit seinen kleinen Zähnen kein Wild reißen. „Er beißt sich fest und würgt seine Beute tot“, berichtet Hermes, die eigentlich am Gymnasium Telgte unterrichtet und für ihre Aufgabe im Zoo abgeordnet wurde.

Tiergehege statt Klassenzimmer

Giraffen sind immer besonders schutzlos, wenn sie breitbeinig an einer Wasserstelle trinken, Fledermäuse hängen sich kopfüber ab und müssen dennoch keinen Blutstau im Gehirn befürchten. Sie nutzen ein Echolot, um ihre Beute aufzuspüren. Und die stromlinienförmigen Kegelrobben mit dichtem Fell und üppiger Fettschicht setzen Tasthaare an der Schnauze ein, um Fische zu fangen. „Beobachtet gleich die Tiere genau, und ihr werdet viel von ihnen erfahren“, rät Hermes.

Robbenschau als Höhepunkt

In kleinen Gruppen und ausgestattet mit Fragebögen auf einem Klemmbrett erkunden die Schüler nach der knappen Stunde Theorie ganz praxisnah den Zoo. Reneé (10) und Linda (11) gehen zuerst zu den Guereza-Äffchen, die sich hinter eine Glasscheibe am Außengehege wärmen. Sie zeichnen die Tiere und schreiben auf, wie sie sich bewegen. „Lieber wären wir ja bei Pferd und Eisbär, aber die Affen sind auch interessant“, meint Linda. Weiter geht es zu den Pinguinen, dann steht als Höhepunkt die Robbenschau an.

Fotostrecke: Allwetterzoo Münster zeigt seinen Nachwuchs

„Wir wollen auch das Bewusstsein für einen sorgsamen Umgang mit der Natur und die Bedeutung des Artenschutzes wecken“, meint Hermes. Das gehe am besten durch Beobachten, Begreifen und Beschützen.

Insgesamt bietet die Zooschule nach eigenen Angaben 43 Unterrichtsthemen, aus denen je nach Altersstufe und Schulform ausgewählt werden kann.

Maßgeschneiderte pädagogische Programme

Gruppenarbeiten und begleitete Rundgänge sind Schwerpunkte, für alle Schulformen gibt es speziell für die Altersgruppe maßgeschneiderte pädagogische Programme.

Rund 5000 Kinder aus 200 Klassen nutzen jährlich den Zoo-Service. Die große Masse kommt aus dem Münsterland. Der Schulbesuch ist kostenlos, lediglich der Eintrittspreis in den Zoo muss von der jeweiligen Klasse entrichtet werden.

Leserkommentare

Google-Anzeigen

Mehr zum Thema

flohmarkt.ms Anzeigen

Schnäppchen und Angebote aus Ihrer Umgebung

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4716015?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F