Do., 23.03.2017

IT-Ausstattung an Schulen In der Computer-Steinzeit

Die IT-Ausstattung in Schulen stellt viele Schüler nicht zufrieden.

Die IT-Ausstattung in Schulen stellt viele Schüler nicht zufrieden. Foto: colourbox.de

Münster - 

Zu Hause ist WLAN und schnelles Internet oft Standard, in vielen öffentlichen Schulen aber ein Fremdwort. Der Jugendrat in Münster schlägt jetzt Alarm.

Von Karin Völker

Wenn Noah Börnhorst in seiner Schule, dem Ratsgymnasium, im Unterricht einen Computer hochfahren will, dann kann das gut und gerne zehn Minuten dauern. Der 15-Jährige ist damit keineswegs allein in Münsters Schullandschaft.

Uralte Geräte und Programme

Als der Jugendrat, in dem Noah mitarbeitet, neulich tagte, hatte fast jeder der 30 jungen Mitglieder von solchen Erfahrungen zu berichten. Weshalb Noah Börnhorst für den Jugendrat im Jugend- und Schulausschuss eine Erklärung über die mangelhafte IT-Ausstattung an münsterischen Schulen abgab. Der Tenor: „Erstmal die Grundausstattung sichern!“

Die Fortschreibung des Medienentwicklungsplans, den der Rat im vergangenen Jahr verabschiedete, beinhalte viel Positives, so die Stellungnahme des Jugendrates. Doch zunächst mangele es an der Grundausstattung, sprich der Hardware.

„Die Geräte sind teilweise uralt, entsprechend die Programme“, sagt Noah Börnhorst. Auf den PC, an denen er und seine Mitschüler arbeiten, sei das Textverarbeitungsprogramm „ Word 2000“ installiert.

Zuerst Datenleitung und WLAN verlegen

Schüler aus dem Jugendrat berichten, dass Lehrer oft selbst Reparaturen an den Geräten durchführen, weil es meist sehr lange dauere, bis Fachpersonal vom städtischen IT-Dienstleiter Citeq komme. Im Schillergymnasium zum Beispiel gab es zwar moderne Beamer, die aber nicht verkabelt wurden und, wie der Jugendrat schreibt, „nutzlos unter der Decke hingen.“

Als Reaktion auf die öffentliche Erklärung des Jugendrates wird es nun zunächst ein Gespräch des Jugendrates mit Mitarbeitern der Citeq geben. Deren Leiter Stefan Schoenfelder versteht den Unmut der Jugendlichen und auch vieler Lehrer sehr gut.

Dass man aber zuerst die Grundausstattung sprich die Hardware erneuern sollte, mache aber schlicht keinen Sinn, stellt Schoenfelder klar. Bevor moderne. Endgeräte angeschafft würden, müssten erst Datenleitungen und WLAN in den Schulen verfügbar sein: „Was nützt das modernste i-Pad, wenn die Daten nicht übertragen werden können?“

Haben weiterführende Schulen Vorrang?

Darum sei es jetzt Priorität der Citeq, die Schulen zunächst ans Lichtwellenkabel anzuschließen – die Voraussetzung dafür, dass WLAN verfügbar sei.

Zurzeit erprobt die Citeq in einem Testraum ein sogenanntes „Client-Management-System“, mit dem die zahlreichen Endgeräte an den Schulen verknüpft werden können. „Wir wollen bis zum Sommer das System an vier Pilotschulen testen“, sagt Schoenfelder und weist damit darauf hin, dass die Entwicklung des IT-Ausbaus an Münsters Schulen unterschiedlich schnell verlaufe.

Während in wenigen weiterführenden Schulen bereits die technischen Voraussetzungen für modernen Unterricht mit digitalen Medien hergestellt sind, müssen sich vor allem Grundschulen in Geduld üben.

In drei Jahren so Schoenfelder, soll der Medienentwicklungsplan für alle öffentlichen Schulen in Münster umgesetzt sein.  

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