Fr., 24.03.2017

Ratsbeschluss David Nirenberg erhält Historikerpreis der Stadt Münster

David Nirenberg 

David Nirenberg  Foto: Stadt Münster

Münster - 

Der amerikanische Historiker Pr of. Dr. David Nirenberg wird mit dem Historikerpreis der Stadt Münster ausgezeichnet. Dies hat der Rat der Stadt in seiner jüngsten Sitzung einstimmig beschlossen und fo lgte damit dem einhelligen Votum der Jury.

Ebenso einstimmig fiel die Entscheidung zur erstmaligen Vergabe des Förderpreises für junge Historiker und Historikerinnen: Philipp Erdmann wurde der Preis für seine Arbeit zur Entnazifizierung in Münster zugesprochen, heißt es in einer städtischen Pressemitteilung. Die feierliche Preisübergabe findet am 23. Mai im Rathaus am Prinzipalmarkt statt.

Herausragendes Werk der Geschichtsschreibung

Der in Chicago lehrende Nirenberg ist der achte Träger des seit 1981 vergebenen Historikerpreises der Stadt Münster, mit dem ein herausragendes Werk der Geschichtsschreibung ausgezeichnet werden soll, das eine Epoche oder Entwicklung der europäischen Geschichte mit ihren Gegenwartsbezügen darlegt und über Fachkreise hinaus Beachtung findet. David Nirenberg wird für die Forschungen zu seinem Werk „Anti-Judaismus. Eine Geschichte des westlichen Denkens“ ausgezeichnet. In der Begründung der Jury heißt es zudem: „Ein bemerkenswert gut lesbares Buch.“

Nirenberg vertritt darin die These, dass Judenfeindlichkeit eine Konstante ist, die die westliche Kultur von der Antike bis zur Gegenwart durchzieht und dabei wechselnde Formen angenommen hat. Vom alten Ägypten über Paulus, das christliche Mittelalter bis hin zu Luther, Voltaire, Kant, Marx. Die Jury zeigte sich auch überzeugt, mit David Nirenberg einen Preisträger vorzuschlagen, der nicht zuletzt auch einen wichtigen Beitrag zum Reformationsjahr 1517 leistet.

Förderpreis für junge Historiker

Erstmals vergibt die Stadt Münster den Förderpreis für junge Historikerinnen und Historiker. Zur Vergabe an Philipp Erdmann formuliert die Jury: „Philipp Erdmann konnte bisher unbeachtete Quellen zugänglich machen. Dabei gelang es ihm, noch nicht beschriebene Prozesse und Konflikte in und um die Entnazifizierung zu beschreiben und so die fragilen Versuche einer frühen Verarbeitung der NS-Zeit aufzuzeigen. Auch kann Erdmann erstmals das Profil der Gruppe der Entnazifizierer herausarbeiten.“

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