Mi., 29.03.2017

Toter Winkel im 360-Grad-Video Diese Menschen bleiben unsichtbar

Der tote Winkel ist keine Einbildung, sondern eine reale Gefahr, wie die Polizei demonstrierte. Der Lkw-Fahrer kann die Menschen in dem Dreieck nicht sehen.

Der tote Winkel ist keine Einbildung, sondern eine reale Gefahr, wie die Polizei demonstrierte. Der Lkw-Fahrer kann die Menschen in dem Dreieck nicht sehen. Foto: Oliver Werner

Münster - 

[mit 360-Grad-Video] Die Polizei informiert Fußgänger und Radler über die Gefahren des toten Winkels im Straßenverkehr. Da die Probe aufs Exempel besser wirkt, dürfen sich Interessierte reihum auf den Fahrersitz eines Lkw setzen.

Von Klaus Baumeister

Nein, der Lkw, den die Polizei da vor dem Universitätsschloss abgestellt hat, ist nun alles andere als ein altes Schätzchen. Ein Zwölf-Tonner der Firma DAF, gute Ausstattung – und sieben Spiegel: drei links, drei rechts und einer nach vorn, um genau sehen zu können, was sich direkt vor der Windschutzscheibe abspielt.

Und doch: Setzt man sich in die Fahrerkabine, ist man erschrocken, was man alles nicht sieht.

Polizei informiert über Gefahren

„Im toten Winkel eines Lkw hat eine ganze Schulklasse Platz“, erklärt Christoph Becker, Verkehrssicherheitsberater im münsterischen Polizeipräsidium. In der Tat: Mehr als ein Dutzend Testpersonen stehen auf der Beifahrerseite des Lkw, halbrechts nach hinten. Man sieht sie nicht. Man weiß, dass sie da sind, aber man sieht sie nicht. Nicht auszudenken, wie „blind“ man als Lkw-Fahrer wäre, wüsste man nicht um eben diese Testpersonen.

Dienstagmittag auf dem Schlossplatz. Die Polizei informiert Fußgänger und Radler über die Gefahren des toten Winkels im Straßenverkehr. Da die Probe aufs Exempel besser wirkt als 1000 Worte, dürfen sich Interessierte reihum auf den Fahrersitz des stehenden Lkw setzen und dann miterleben, wie es ist, wenn sich andere in eben diesem toten Winkel befinden.

Unfallursache toter Winkel

Immer wieder sei der tote Winkel die Ursache für schwere Unfälle, erläuterte der Chef der münsterischen Verkehrspolizei, Rudi Koriath. Fußgänger und insbesondere Radler müssten sich vor Augen führen, dass die Lkw-Fahrer nicht immer alle Spiegel im Blick haben könnten. Gerade bei Abbiegevorgängen sei äußerste Vorsicht geboten.

Deshalb der Appell der Polizei: Radler sollten auf Straßen ohne separaten Radweg grundsätzlich hinter einem Lkw bleiben.

Vorsicht beim Abbiegen

Auch die Angewohnheit vieler Radler, sich vor Kreuzungen oder Ampeln an stehenden oder langsamer fahrenden Lkw rechts vorbeizuquetschen, sieht die Polizei nur sehr ungern.

Der Grund: Weil Lkw viel länger sind als Pkw, ist ihr Kurvenradius beim Rechtsabbiegen auch ganz anders. Auch wenn ein Lkw-Fahrer mit den Vorderrädern einen großen Bogen schlägt, so drücken sich doch die Hinterräder ganz eng entlang der Vorsteinkante. Will sagen: Beim Abbiegen bleibt rechts von einem Lkw buchstäblich kein Platz mehr.

Bis zum 9. April will die Verkehrspolizei wieder verstärkt das Geschehen auf der Straße kontrollieren und Verstöße ahnden.

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