Mi., 22.07.2015

Uni Münster schreinert „Berkelzomp“ Ein Schiff wird kommen...  

 

 Originalgetreu präsentiert sich der Nachbau eines „Berkelzomps“, der an der Berkel bei diversen Veranstaltungen im Rahmen der „Expedition Münsterland“ bis 2017 Station machen wird. Im Bild (v.l.) Dr. Wilhelm Bauhus, Heinz Rensmann und Hans-Peter Boer. Foto: Matthias Ahlke

Münster - 

Wer an der Berkel wohnt und darüber hinaus, kann sich bald auf Kunstprojekte in Kombination mit Wissenschaft freuen. Für das zweijährige Projekt mit diversen Veranstaltungen im Rahmen der „Expedition Münsterland“ der Universität Münster dient das niederländisches Plattbodenschiff – ein „Berkelzomp“ – als Aushängeschild.

Von Maria Meik

Heringe, Gewürze und Honigkuchen schipperten einst auf der Berkel von den Niederlanden ins Münsterland. Ein „Berkelzomp“ machte es möglich. Das Plattbodenschiff ist alles andere als ein Auslaufmodell – auch wenn es seinen Betrieb um 1840 eingestellt hatte, nachdem der Fluss versandet war. Nun ist der „Berkelzomp“ wieder da. Aus massivem Eichenholz ist das Schiff akkurat gezimmert. Hier und da wird noch gefeilt an dem 30 Kilogramm schweren Werk in der Schreinerei auf dem Leonardo-Campus.

Das Boot im Maßstab von 1:5, original nach den Plänen einer niederländischen Werft gearbeitet, soll bei der „Expedition Münsterland“ der Transferstelle der Universität Münster das symbolträchtige Aushängeschild sein, von 2015 bis 2017 bei diversen Veranstaltungen Station machen und den Austausch von Wissen und Kultur ankurbeln.

Sehr zur Freude von Hans-Peter Boer, der sich auskennt mit der spannenden Geschichte des Schiffes, der Berkel und den Menschen und ihrem Lebensraum am Fluss.

Der Vorsitzende des Kreisheimatvereins Coesfeld mag zwar nicht so gerne Heringe, dafür umso mehr das 2,25 Meter lange Schiff, das nicht nur für den Transport von Gütern stand, sondern kulturhistorisch bedeutend ist.

Fotostrecke: Schreinerei der Uni baut ein „Berkelzomp“ nach

In der Schreinerei auf dem Leonardo-Campus wurde am Mittwoch eine Schiffsbesichtigung durchgeführt. Mit im Boot Dr. Wilhelm Bauhus, Leiter der Arbeitsstelle Forschungstransfer der Uni Münster, sowie Heinz Rensmann, Chef der Schreinerei, der die filigrane Arbeit seiner Schreinergesellen lobt. Das fast fertige Prachtstück soll Botschaften, Ideen und Konzepte aus der Region aufnehmen.

Die an der Berkel gelegenen Kultureinrichtungen sind dabei Stützpunkte lokaler Erkundungen, zu Fuß, mit dem Rad oder auch mit einem Floß. „Ideen können notiert und ins Boot gelegt werden“, so Dr. Bauhus, der auch beim Segel aufs Original setzt. Demnach muss das Tuch mit Ochsenblut getränkt sein.

500 Jahre nach Beginn der Reformation soll im Jahr 2017 die Bedeutung des Schiffes für die kirchliche Erneuerungsbewegung in den Mittelpunkt gerückt werden. Bei der Regionserkundung werden auch Spuren jüdischen Landlebens in Billerbeck sichtbar. Für Hans-Peter Boer ist es zudem wichtig, die grenzüberschreitenden Kontakte ins Bewusstsein zu rücken, die Verbindung zwischen dem Westmünsterland und den Niederlanden.

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