Sa., 26.09.2015

Lambertus-Laternen rücken Sehenswürdigkeiten und Stadtoriginale in ein ganz besonderes Licht Münster im Miniaturformat

Der Goldene Hahn der Stadt und der Friedenssaal im Rathaus gehören ebenso untrennbar zu Münster wie der Prinzipalmarkt mit seinen beleuchteten Bögen.

Der Goldene Hahn der Stadt und der Friedenssaal im Rathaus gehören ebenso untrennbar zu Münster wie der Prinzipalmarkt mit seinen beleuchteten Bögen. Foto: Matthias Ahlke

Münster - 

In Münster wird es Herbst, wenn die bunten Lambertus-Laternen auf dem Prinzipalmarkt brennen. Über 100 Laternen hängen zwischen Rothenburg und Drubbel. Sie rücken Sehenswürdigkeiten und Stadtoriginale in ein ganz besonderes Licht. 

Von Ralf Repöhler

Die eisernen Käfige hängen am Turm von St. Lamberti. Die Wiedertäufer Jan van Leiden , Bernd Knipperdolling und Bernhard Krechting allerdings baumeln allesamt vor „Country Classics“. Besser gesagt ihre Konterfeis. Zu sehen sind die Anführer der Bewegung, die in den 1530er-Jahren ihr Täuferreich in Münster errichteten, auf einer der über 100 Lambertus-Laternen, die im September und Oktober die Bögen der Giebelhäuser auf dem Prinzipalmarkt erleuchten.

Weitere Originale als Motive nehmen die Passanten mit auf eine Reise durch die münsterische Stadtgeschichte. Der Tolle Bomberg reitet vor Café Kleimann, Prof. Landois raucht sein Pfeifchen vor Schnitzler, Annette von Droste-Hülshoff dichtet vor Petzhold, Pinkus Müller grüßt vor den Westfälischen Nachrichten und der Friedensreiter vor dem Rathaus.

Es wird Herbst in Münster. Und ein untrügliches Zeichen dafür ist die abendliche Beleuchtung auf dem Prinzipalmarkt, wenn am späten Nachmittag die farbenfrohen Lambertus-Laternen, die gut eine Woche vor dem Lambertus-Tag am 17. September aufgehängt werden, zwischen Rothenburg und Drubbel brennen. „Sie werden je nach Sonnenstand über eine zentrale Uhr eingeschaltet“, erläutert Thomas Zumnorde, der Sprecher der Kaufleute am Prinzipalmarkt, und spricht von „einem Alleinstellungsmerkmal“ im Vergleich zu bekannten Einkaufsstraßen anderer Großstädte.

Sein Vater, Franz-Josef Zumnorde, kann sich noch gut an die Anfänge dieser in Deutschland wohl einmaligen Straßenbeleuchtung im Herbst erinnern. „Die Idee geht zurück auf den damaligen Verkehrsdirektor Theo Breider“, sagt er. Vermutlich in den 1950er-Jahren.

Die bunten Bildmotive, wovon einige gleich mehrfach zu sehen sind, seien von Schülern gemalt worden. Die blauen Eisen-Laternen, die eigens angefertigt worden seien, stammen größtenteils noch aus der damaligen Zeit. „Bei uns hat mal ein Herbststurm drei zerstört. Mit der Hilfe einer Kunstpädagogin unserer Töchter sind dann vor unserem Haus neue Motive mit bunten Schuhen entstanden“, sagt Zumnorde senior.

Doch nicht nur branchenspezifische Motive wie Schuhe vor Zumnorde oder Brillen vor Gillkötter sind neben den münsterischen Originalen im Abendlicht zu sehen. Sehenswürdigkeiten und Symbole der Stadt runden das Bild bei einem unterhaltsamen Bummel unter den Bögen ab.

So hängt am Rathaus natürlich der Goldene Hahn, aber auch der Dom. Der Allwetterzoo ist vor Osthues zu sehen, der Buddenturm neben den Bettentürmen vor Harenberg, die Clemenskirche vor Elfi. Send und Weihnachtsmarkt leuchten vor Tollkötter. Neuere Stadtsymbole wie die Torminbrücke oder die Aaseekugeln sind vor „Country Classics“ verewigt.

Mitte Oktober werden die bunten Lambertus-Laternen auf dem Prinzipalmarkt gelöscht, die dann in den dunklen Kellern der Giebelhäuser eingelagert werden. Zu Beginn der stillen Novemberzeit verzichten die Kaufleute ganz bewusst auf eine dekorative Bögen-Beleuchtung, bevor dann die dicken Adventskränze das rummelige Weihnachtsgeschäft ankündigen.

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