Mi., 28.10.2015

Münster im Ranking Nur im Mittelfeld

Mal spitze, mal Mittelmaß, mal abgeschlagen: Das Hamburgische Weltwirtschafts-Institut hat die 30 größten deutschen Städte untersucht. Münster landet auf Rang 24 – und schneidet damit schlechter ab als vor zwei Jahren.

Mal spitze, mal Mittelmaß, mal abgeschlagen: Das Hamburgische Weltwirtschafts-Institut hat die 30 größten deutschen Städte untersucht. Münster landet auf Rang 24 – und schneidet damit schlechter ab als vor zwei Jahren. Foto: Stephan Sagurna

Münster - 

Münster ist es gewohnt, bei Städterankings blendend abzuschneiden. Die kürzlich vorgelegten Ergebnisse einer Studie des „Hamburgischen Weltwirtschafts-Instituts“ (HWWI), in der die Leistungsfähigkeit der 30 größten Städte Deutschlands untersucht wurde, dürfte die Euphorie in der Westfalen-Metropole ein wenig bremsen.

Von Martin Kalitschke

Nachdem Münster bei dieser Untersuchung 2013 den 16. Platz belegt hatte, schafft es die Stadt in diesem Jahr nur noch auf Rang 24.

Dafür ist nicht zuletzt ein „Einmaleffekt“ verantwortlich, heißt es in der Untersuchung: Im Referenzjahr für die aktuelle Studie – 2008 – hatte Münster 15,9 Milliarden Euro erwirtschaftet – ein einmaliger Ausreißer nach oben. 2012 betrug die Wirtschaftsleistung hingegen „nur“ 15,1 Milliarden Euro – was der Stadt bei der Produktivitätsentwicklung im Zeitraum zwischen 2008 und 2012 den letzten Rang unter den 30 Städten einbringt. Bei der nächsten Studie 2017 dürfte Münster wieder deutlich besser abschneiden, denn in jenem Jahr, das dann als Referenz herangezogen wird – nämlich 2014 – erwirtschaftete die Stadt lediglich 14 Milliarden Euro.

Unabhängig von diesem Sondereffekt liefert die Studie einen guten Überblick, wie Münster im Vergleich zu den anderen 29 größten Städten Deutschlands aufgestellt ist. Hier eine Auswahl:

Bevölkerungsentwicklung: Mit einem Wanderungssaldo von 30 000 Menschen (2008 bis 2013) schafft es Münster auf Platz zehn.

Entwicklung der Erwerbstätigen: Von 2008 bis 2012 nahm ihre Zahl um mehr als 6,32 Prozent zu – Platz drei hinter Berlin und München. Bis 2030 prognostiziert die Studie allerdings einen Rückgang um rund zwei Prozent.

Bildungsniveau : Lediglich in Bonn gibt es weniger Schulabgänger ohne Hauptschulabschluss als in Münster (3,7 Prozent). Und in keiner Großstadt machen mehr Schüler das Abitur als in Münster (fast 60 Prozent). Der Anteil der Beschäftigten in wissensintensiven Wirtschaftszweigen liegt in Münster bei 40 Prozent – Platz vier hinter Stuttgart, München und Düsseldorf.

Internationalität: Weniger sozialversicherungspflichtig beschäftigte Ausländer als in Münster gibt es nur in Leipzig, Dresden und Braunschweig. Der Anteil in Münster: sechs Prozent. Beim Anteil ausländischer Studierender ist Münster mit sieben Prozent gar das Schlusslicht.

Erreichbarkeit : 244 Minuten dauert es im Schnitt mit Pkw und Flugzeug, um zu 41 Ballungszentren im europäischen Ausland zu gelangen – ein schlechter Wert. Auch die Bahn-Reisezeit zu wichtigen Zentren in Deutschland ist mit durchschnittlich 90 Minuten sehr schlecht (vorletzter Platz).

Die Zusammenfassung der Ergebnisse fällt aus münsterischer Sicht ernüchternd aus: Beim Trendindex (der Dynamik und Stärke einer Stadt misst) landet die Stadt im Mittelfeld , beim Demografieindex im unteren Drittel, beim Standortindex (Erreichbarkeit, Internationalität) unter den letzten Fünf.

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