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Sa., 23.01.2016

Kindervorlesung über Archäologie Feldbett statt Hörsaal

Die Archäologin Prof. Dr. Angelika Lohwasser, hier mir einigen ihrer jungen „Hörer“, berichtete bei der Kinderuni von ihrer praktischen Arbeit in der Wüste im Sudan.

Die Archäologin Prof. Dr. Angelika Lohwasser, hier mir einigen ihrer jungen „Hörer“, berichtete bei der Kinderuni von ihrer praktischen Arbeit in der Wüste im Sudan. Foto: Oliver Werner

Münster - 

Das Leben von Archäologen ist nicht immer das bequemste. Prof. Dr. Angelika Lohwasser von der Uni Münster tauscht jedes Jahr für mehrere Wochen den Hörsaal gegen ein Feldbett in einem Zelt in der Wüste. Bei der Kinderuni erzählte sie von der Faszination ihrer Arbeit.

Von Karin Völker

Das Arbeitsleben von Angelika Lohwasser im kommenden Monat wird nicht gerade luxuriös. Bei der Kinderuni im großen Hörsaal H1 ließ sie die jungen Studentinnen und Studenten raten, was es alles nicht gibt, wenn die Archäologin im Norden des Sudan mit ihrem Team für etliche Wochen ein großes Gelände in der Wüste erforscht: „Kein Kühlschrank.“ „Kein Fernseher.“ „Kein Computer.“ „Keine Klimaanlage“ – „die schon mal gar nicht“, lacht Angelika Lohwasser.

Über 53 Grad Celsius hat sie tagsüber schon in ihrem Zelt mit Feldbett gemessen, in das sie bald wieder einziehen wird, und das im in der Wüste eher kühlen Februar. Die Kinder, die gerade draußen noch im Frost waren, konnten es sich nur schwer vorstellen.

Das Badezimmer im Zelt der Professorin von der Universität Münster besteht aus einer Plastikschüssel und einem Kanister voll Wasser, das für eine ganze Woche reichen muss – und das bei allgegenwärtigem Wüstenstaub. Kein Zweifel, das Leben von Archäologen, zumal wenn sie in unwegsamen Gegenden arbeiten, ist hart, zimperliche Naturen sind da fehl am Platz. Georgina (10) würde es trotzdem gern einmal ausprobieren, versichert die jungen Studentin nach der Vorlesung.

Sie und und etliche Hundert andere Kinder wissen jetzt, dass Archäologen zuerst einmal ein Gelände genau erkunden müssen, bevor sie gezielt anfangen, etwas auszugraben. Angelika Lohwasser hat mit ihrem Team nun mehrere Jahre lang ein ausgetrocknetes Flussbett in der Nähe des Nils erforscht, das im Altertum eine Handelsstraße war. Neben vielen kleinen Ansiedlungen, Gräbern und Scherben haben die Archäologen eine mysteriöse Ruine entdeckt, die sie nun freilegen wollen. Dafür muss die Professorin aber zunächst an anderen Stellen „graben“: „Wir müssen jemanden finden, der unsere Forschung bezahlt“, erklärte Lohwasser, was Wissenschaftler sehr heute immer beschäftigt.

Zum Thema

Bei der letzten Kindervorlesung des Wintersemesters berichtete der Mediziner Dr. Frieder Schaumburg am 19. Februar um 16.15 Uhr im H1 von der „Suche nach den Seuchen aus dem Dschungel“.

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