Fr., 12.02.2016

Rotarische Berufsinformation In den Köpfen steckt mehr

Informierten  die rund 40 Oberstufenkoordinatoren bei einem Treffen in der Sparkasse Münsterland Ost (v.l.): Dr. Hans-Joachim Böckenholt, Ulrich Bertram, Michael Hakenes, Dietmar Schade, Prof. Dr. Christian Fischer, Prof. Dr. Wilfried Bos und Klaus Richter

Informierten  die rund 40 Oberstufenkoordinatoren bei einem Treffen in der Sparkasse Münsterland Ost (v.l.): Dr. Hans-Joachim Böckenholt, Ulrich Bertram, Michael Hakenes, Dietmar Schade, Prof. Dr. Christian Fischer, Prof. Dr. Wilfried Bos und Klaus Richter Foto: Sebastian Pähler

Münster - 

Das traditionelle „Treffen der Oberstufenkoordinatoren“ in der Sparkasse Münsterland Ost fand jetzt im Vorfeld der Rotarischen Berufsinformation 2016 statt.

Schaut man auf die Schulleistungsuntersuchungen und Erkenntnisse der Forschung, rangiert „Bildung made in Germany“ unter ferner liefen. Die Entwicklung wird nach dem Pisa-Schock zwar besser, aber – da waren sich Prof. Dr. Wilfried Bos und Prof. Dr. Christian Fischer einig – von einer durchdringenden und für die Gesamtgesellschaft höchst wertvollen Förderung von Talenten, von Begabten und Leistungsstarken ist man nach wie vor weit entfernt. „Es gibt hier eine organisierte Unverantwortlichkeit“, kritisierte Bildungsforscher Bos, Direktor des Instituts für Schulentwicklungsforschung an der TU Dortmund.

Bos und Fischer diskutierten jetzt auf Einladung der Rotarischen Clubs in Münster mit rund 40 Leitern der gymnasialen Oberstufen. Das traditionelle „Treffen der Oberstufenkoordinatoren“ in der Sparkasse Münsterland Ost fand im Vorfeld der Rotarischen Berufsinformation 2016 statt, zu der alle Oberstufenschüler vom 22. Februar bis 10. März eingeladen sind.

„Talente besser erkennen und fördern“ – so lautete das Thema der von Michael Hakenes, Lehrer am Kardinal-von-Galen-Gymnasium, moderierten Podiumsdiskussion. Sein Eindruck: „Gegenwärtig werden vorhandene Begabungspotenziale nicht ausgeschöpft.“

Dass weitaus mehr in den Köpfen unserer Kinder steckt, sieht Wilfried Bos in den Leistungsuntersuchungen bestätigt. In Fächern wie Mathematik oder den Naturwissenschaften würden höchste Kompetenzstufen prozentual nur von wenigen Schülern erreicht. Zwischen den deutschen Werten und der Spitzengruppe (u.a. Singapur, Honkong, Taiwan) „liegen Welten“.

Für den münsterischen Erziehungswissenschaftler Prof. Christian Fischer, Vorsitzender des „Internationalen Centrums für Begabungsforschung“ (ICBF), gilt nach wie vor ein Satz von Don Bosco: „Traue jemandem etwas zu, und er wird sich bemühen diesem Vertrauen zu entsprechen.“ Kinder sorgten immer wieder für Erstaunen, wenn man sie lässt. Zwischen gezeigten Leistungen und dem gemessenen Fähigkeitenpotenzial gebe es eine Diskrepanz. Deshalb sei es eine große Aufgabe für die Lehrer, Talente auch mehrdimensional zu erkennen. Darauf, so war auch die Runde einig, müsse bei Aus- und Fortbildung unbedingt geachtet werden.

 

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