Fr., 02.12.2016

„Er hat die Straftaten nicht begangen“ Fortsetzung des Liebesdramas: Ex-Lehrer legt Berufung ein

Der verurteilte Lehrer (M.) mit seinem Strafverteidiger (r.) 

Der verurteilte Lehrer (M.) mit seinem Strafverteidiger (r.)  Foto: Günter Benning

Münster - 

Der wegen Verstoßes gegen das Gewaltschutzgesetz verurteilte frühere Lehrer Michael K. geht in die Berufung. Er habe sich seiner früheren Schülerin und Geliebten nicht vorsätzlich angenähert, betont sein Strafverteidiger.

Von Lukas Speckmann

Das Urteil des Amtsgerichts lautete auf acht Monate Freiheitsstrafe, ausgesetzt auf drei Jahre zur Bewährung. Damit ist der Lehrer Michael K., dem vorgeworfen wird, seiner Ex-Geliebten und Ex-Schülerin nachgestellt zu haben, nicht einverstanden. Am vergangenen Dienstag habe er nach Rücksprache mit seinem Mandanten Berufung eingelegt, bestätigt sein Verteidiger Andreas Vorster. Demnach wird sich nun das Landgericht mit dem Fall befassen.

Michael K. hält sich für unschuldig, berichtet der Anwalt: „Er sagt, er hat die vorgeworfenen Straftaten nicht begangen.“ Drei Mal war ihm gerichtlich untersagt worden, sich der heute 20-Jährigen zu nähern, sieben Mal hat er nach Auffassung der Strafkammer am Amtsgericht dagegen verstoßen. Alle weiteren ursprünglichen Vorwürfe – vom Versenden eines Nacktfotos bis zu Sachbeschädigung – waren vom Gericht nicht weiter verfolgt worden; auch deshalb, weil sich manches davon juristisch kaum greifen ließ.

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Doch auch den vom Amtsgericht verurteilten Verstoß gegen das sogenannte Gewaltschutzgesetz weist Michael K. nach Angaben seines Verteidigers zurück. Begegnungen auf der Straße zwischen dem vom Dienst suspendierten Lehrer und der jungen Frau seien keine geplanten Annäherungen gewesen.

Im Strafprozess muss die Berufung innerhalb einer Woche nach der Verkündung des Urteils beim erstinstanzlichen Gericht eingelegt werden. Die schriftliche Urteilsbegründung liege noch nicht vor, sagt Anwalt Vorster, die werde er zunächst abwarten. Er rechne nicht damit, dass es noch in diesem Jahr zu einem erneuten Verhandlungstermin komme.

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Für Michael K. ist die Berufung nicht ganz ohne Risiko. Der 47-jährige Lehrer beabsichtigt, in den Schuldienst zurückzukehren. Das bestehende Urteil – eine Freiheitsstrafe von weniger als einem Jahr – versperrt ihm diesen Weg nicht endgültig. Ein Freispruch vor dem Landgericht würde das Problem allerdings aus der Welt schaffen, sagt Anwalt Vorster: „Wenn er freigesprochen wird: Was soll der Dienstherr dann noch sagen?“

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