Di., 24.01.2017

Auszeichnung in Kalifornien Münsteraner ist der beste Schauspieler

Der Kurzfilm „Red“ ist ein knallharter Streifen. Branko Tomovic (am Boden) hat kein Problem damit, dass er immer wieder fiese Typen spielt: „Das macht Spaß – und privat bin ich natürlich ganz anders.“ Stimmt: Im Interview mit unserer Zeitung gibt er sich locker, lacht viel.

Der Kurzfilm „Red“ ist ein knallharter Streifen. Branko Tomovic (am Boden) hat kein Problem damit, dass er immer wieder fiese Typen spielt: „Das macht Spaß – und privat bin ich natürlich ganz anders.“ Stimmt: Im Interview mit unserer Zeitung gibt er sich locker, lacht viel. Foto: Housekino

Münster - 

Der Münsteraner Branko Tomovic ist bei einem Festival in Kalifornien als bester Schauspieler ausgezeichnet worden. Beim Kurzfilm „Red“ hat der ehemalige Schlaun-Schüler auch Regie geführt.

Von Martin Kalitschke

Branko Tomovic hat mit international bekannten Regisseuren wie Sönke Wortmann und Ken Loach gedreht, stand zusammen mit Brad Pitt vor der Kamera , spielte in der Kultserie „24“ und im Hollywood-Kassenschlager „The Bourne Ultimatum“ mit. Nun hat der aus Münster stammende Schauspieler das nächste Kapitel in seiner Filmkarriere aufgeschlagen. Tomovic, der einst sein Abitur am Schlaun-Gymnasium machte und seit mittlerweile 13 Jahren in Hampstead Heath im Norden Londons lebt, hat nicht nur das Drehbuch für einen Kurzfilm geschrieben, sondern bei der Verfilmung auch noch selbst Regie geführt – und die Hauptrolle gleich mit übernommen.

Geringes Budget

„Das war zunächst gar nicht geplant“, erzählt der 36-Jährige, der zuletzt Weihnachten auf Heimat-Besuch war. „Aber uns stand nur ein geringes Budget zur Verfügung – dann spart es natürlich Geld, selbst den Hauptpart zu übernehmen.“

„Red“ heißt der 20 Minuten lange Kurzfilm, der bereits von den USA bis in die Türkei auf etlichen Festivals zu sehen war. Beim Mave­rick-Filmfestival in Kalifornien war „Red“ gleich in sieben Kategorien nominiert, Tomovic wurde schließlich als bester Darsteller ausgezeichnet. „Den Preis haben auch schon Robert Redford, Sophia Loren, Isabella Rosselini und Justin Timberlake gewonnen“, stellt er stolz fest. Beim achten „Berlin Independent Filmfestival“, das im Februar parallel zur Berlinale läuft, wird „Red“ als offizieller Wettbewerbsbeitrag laufen.

An der Seite von Tomovic sind unter anderem Francesca Fowler und Dervla Kirwan zu sehen, die auch in der Kult-Serie „Doctor Who“ dabei sind. Tomovic spielt einen Mann, der tief in den illegalen Organhandel verstrickt ist, dann allerdings verzweifelt versucht, aus diesem Milieu wieder auszubrechen. Höhepunkt des Films ist eine Szene, in der er vor der Wahl steht, sein eigenes Leben oder das eines kleinen Kindes zu retten.

Mehr Verantwortung

„Wenn man nicht nur als Schauspieler vor der Kamera steht, sondern auch noch Regie führt, dann ist man viel stärker in das Ergebnis seiner Arbeit involviert“, berichtet Tomovic. Einerseits war er mit dem Problem konfrontiert, irgendwo Film-Blut herzubekommen – andererseits war er aber auch beim Schnitt dabei und somit für das Ergebnis der Dreharbeiten mitverantwortlich.

Eine junge Filmfirma hat ihn bei dem Projekt unterstützt. Da es sich um einen Kurzfilm handelt, sei das Risiko überschaubar gewesen. In der Fachwelt komme „Red“ sehr gut an, Kritiker schwärmen von der Intensität der Handlung, die in Dramatik und Optik an Regisseur-Legende David Lynch erinnert. Tomovic hofft, sich mit dem Projekt in der internationalen Filmwelt weiter empfehlen zu können. Derweil steht in Deutschland ein weiterer Tomovic-Film in den Startlöchern: Demnächst kommt „Luna“ in die Kinos, ein spannender Thriller, in dem er an der Seite von Benjamin Sadler und Lisa Vicari spielt.

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