Fr., 27.01.2017

Serie: High Speed – sicheres Netz aus der Region Die Netzwerker aus Wolbeck

Uwe Brettner (Mitte, r.) und Thomas Brosch leiten die Nicos AG. Hier im Service-Zentrum landen die Kundenanrufe aus der ganzen Welt.

Uwe Brettner (Mitte, r.) und Thomas Brosch leiten die Nicos AG. Hier im Service-Zentrum landen die Kundenanrufe aus der ganzen Welt. Foto: Günter Benning

Münster - 

Sie sorgen dafür, dass Firmen sicher kommunizieren können. Weltweit. Die Nicos AG beschäftigt dafür 132 Mitarbeiter in Wolbeck.

Von Günter Benning

Alles begann mit einem teuren Problem. Thomas Brosch (45) arbeitete in den 90ern als angestellter Netzwerktechniker. Für eine größere Firma hatte er ein internationales Netzwerk aufgebaut. Der Haken: „Die Telefonkosten schwankten zwischen 6000 und 20.000 Mark. Pro Monat.“ Der Kunde war unzufrieden. Und Brosch gründete sein eigenes Unternehmen. Die Nicos AG löst weltweit Kommunikationsprobleme.

Der 45-Jährige steht im Eingang des Bürotrakts an der Wolbecker Münsterstraße, neben einer Weltkarte. Bei über 130 Ländern steckt eine Papierflagge. Sein Unternehmen, das 2000 mit drei Leuten die Arbeit aufnahm, ist auf 132 Mitarbeiter gewachsen. Sie sprechen 13 Sprachen. An 365 Tagen sorgen sie weltweit dafür, dass Firmen aus Deutschland mit ihren Filialen, Vertriebsleuten und Produktionsstätten kommunizieren können. Per sicherem Internet und, „zu festen Kosten“.

Abläufe der Kunden analysieren

Kunden sind vorwiegend deutsche Mittelständler. Viele von ihnen haben Standorte in aller Welt, die mitei­n­ander verbunden sind. Email-Kommunikation, Buchhaltung, Lagerhaltung, Produktionssteuerung – alles muss im Sauerland genauso funktionieren wie in Myanmar oder Afghanistan. Und das regelt Nicos. Brosch: „Alle Länder, die prowestlich sind, sind für uns Kindergeburtstag.“ Bei den anderen ist es etwas komplizierter.

Uwe Brettner (63) ist ebenso wie Brosch Vorstand im Unternehmen. Ein seltener Fall: „Thomas war mein Lehrling, bevor er sich selbstständig gemacht hat.“ Alles ist irgendwie bodenständig bei der Nicos AG, was vielleicht das Erfolgsrezept ist. Brettner: „Wir haben es von Anfang an geschafft, Vertrauen bei den Kunden zu gewinnen.“

Das ist auch nötig. Denn wenn die Wolbecker einen Auftrag übernehmen, analysieren sie die Abläufe bei ihren Kunden genau. So wie bei der Hamburg Südamerikanischen Dampfschifffahrtsgesellschaft (HSDG), die mit 200 Schiffen und 4000 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von 4,4 Milliarden Euro macht. Das Mega-Unternehmen hatte durch Zukäufe eine IT-Struktur wie ein Flickenteppich. Nicos baute für die Container-Reederei ein sicheres Netz auf, das alle Zweigstellen verbindet.

Unternehmen mit Nachwuchsmangel

„Sicherheit ist wichtig“, sagt Thomas Brosch. Netzausfälle können für internationale Unternehmen richtig teuer werden. Darum werden die Kunden-Netze aus der Nicos-Zentrale laufend überwacht. Im Vergleich zur Konkurrenz, sagt der Vorstand, werden von Nicos Probleme lokal in Münster gelöst – und nicht über Call-Center im Ausland.

Die Nicos AG will weiterwachsen. Und wie andere IT-Unternehmen der Region klagt man dabei über Nachwuchsmangel.

Uwe Brettner: „Wir haben neun Auszubildende – um sie weiter zu beschäftigen.“ Beim Wettbewerb „Best place to learn“ hat das Unternehmen vor zwei Jahren 579 von 612 möglichen Punkten bekommen. Sowas zahlt sich aus. Brettner: „Für drei Ausbildungsstellen haben wir fast 100 Bewerber gehabt.“

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Weltweit agieren, lokal arbeiten: Weit über 90 Prozent der Installationen von Nicos laufen übers Netz. Fast alle Techniker sitzen in Wolbeck . Thomas Brosch: „Wir hatten einen Mitarbeiter, der wollte unbedingt nach Australien auswandern. Jetzt arbeitet er eben von da für uns.“

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