Fr., 10.02.2017

Serie Highspeed: Familie entwirft Erziehungs-Ratgeber Apps für junge Eltern

Roman Safreider mit seiner Hausmittel-App.

Roman Safreider mit seiner Hausmittel-App. Foto: Günter Benning

Münster - 

Mit dem ersten Kind fing alles an. Estella steckte sich alles Mögliche in den Mund. Und ihre Eltern, Roman Safreider und Kirstin Gouverneur, suchten nach Ratgebern für mögliche Vergiftungen.

Von Günter Benning

„Wir haben gesehen, dass es dafür noch keine App gab“, sagt Roman Safreider (31), der hauptberuflich als Business-Architekt für Versicherungen tätig ist.

Die erste eigene App war schnell gebaut. Ein halbes Jahr dauerte es, dann hatte die Germanistin Gouverneur die Texte geschrieben und Roman Safreider ausreichend Wissen zum App-Aufbau zusammengetragen. „Erste Hilfe für Kinder Vergiftungen“, sagt der App-Verleger, „dürfte bis heute 50 000 Mal heruntergeladen worden sein.“

Unter dem Markennamen „Kigorosa“ gibt es mittlerweile 15 Apps des Familienbetriebs aus Münsters Südviertel. Knapp eine Million Downloads im Apple- und Google-Shop und bei Amazon gebe es, sagt Safreider. Natürlich laden die Nutzer zumeist die kostenlosen Probeversionen. Die Umwandlungsrate in bezahlte Apps liege bei etwa einem Prozent. Immerhin: Im Bereich der Familienratgeber-Apps sei Kigorosa Marktführer. Auch wenn man gegen Marktgiganten wie den Gütersloher Medienkonzern Bertelsmann konkurriere.

Der David unter den Goliaths

Den David unter den Goliaths zeichnet eine sehr flache Arbeitsstruktur aus: „Die erste Rechnung, die wir in Deutschland bezahlt haben, war an unseren Notar“, sagt er. Alle anderen Dienstleistungen werden online eingekauft: Ein Schüler auf den Philippinen erstellt für kleines Geld Grafiken, eine Übersetzerin in Südafrika überträgt die Apps ins Englische, die Fotos werden bei Fotolia gekauft. Google und Apple hosten die Apps im Ausland. Rein rechtlich werden sie in die USA exportiert und dann wieder reimportiert.

Wichtig für die Jungunternehmer: „Wir brauchten kein Kapital, wir haben eine Lizenz für den App-Shop und zahlen eine Jahresgebühr. Von jedem Euro, der durch den Online-Verkauf erlöst werde, blieben „40 bis 50 Prozent Gewinn“.

"Man muss kein Experte sein"

Für Safreider lassen sich aus seinem Geschäftsmodell mehrere Regeln für das digitale Geschäft ziehen: „Man muss kein Experte sein, um etwas zu machen. Und Wissen ist nicht mehr so viel wert wie früher.“ Mit einem Baukastensystem könnten auch Laien professionelle Produkte herstellen.

„160 natürliche Hausmittel“, „Babymassage“ „100 Tipps & Tricks für deine Wäsche“ – mit solchen Themen kommt man irgendwann an ein Ende. Derzeit erwartet Kirstin Gouverneur ihr drittes Kind. Und die Familie arbeitet an einem Ausflugsportal für junge Eltern. Roman Safreider: „Wir wollen dabei Blogger mit ins Boot holen, die uns Vorschläge für Ausflüge machen.“

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