Fr., 24.02.2017

Serie High Speed: Eine Internet-Plattform für Reitbeteiligungen Buddy fürs Pferd gesucht

Carolin Fehlings (l.) und Julian Löbbers hatten die Idee zur Reitbeteiligungsplattform im Internet.

Carolin Fehlings (l.) und Julian Löbbers hatten die Idee zur Reitbeteiligungsplattform im Internet. Foto: Günter Benning

Münster - 

Wer reitet, hat nicht immer ein Pferd. Aber es gibt ja Reitbeteiligungen. Carolin Fehlings und Julian Löbbers organisieren das auf ihrer Online-Plattform.

Von Günter Benning

Carolin Fehlings (26) ist Dressur-Reiterin: S-Turniere, Beteiligung an den Deutschen Meisterschaften, die BWL-Studentin aus Emsdetten kennt die Szene. Und sie weiß, wie teuer ein Pferd sein kann: „Allein 400 bis 800 Euro für die Unterbringung, pro Monat. Plus Nebenkosten.“

Fehlings präsentiert in der Gründergarage an der Mendelstraße eine Homepage, die Hobby-Reiter und Pferdebesitzer zusammenbringen soll: „horsebuddy.de“.

Mit dem Wirtschaftsinformatiker Julian Löbbers und Marius Stolz fürs Online-Marketing will sie eine Art Mitreit-Zentrale auf die Beine stellen.

Auslandssemester in Kopenhagen

Julian Löbbers hat sich in einem Auslandssemester in Kopenhagen mit dem Thema „Share economy“ beschäftigt. Car Sharing, Mitfahrzentralen, Lieferservice für Restaurants – alle nutzen das Internet, um Kunden und Anbieter direkt zu verbinden. „Auch für Hunde gibt es das“, fanden die Gründer von „ horsebuddy.de “ heraus. Warum also nicht für Pferde?

Der Markt ist groß. Bundesweit gibt es 1,1 Millionen Pferde und 800 000 Pferdehalter. Aber viele Millionen Menschen, die sich fürs Reiten interessieren.

Für viele von ihnen bieten sich Reitbeteiligungen an. Was nicht immer einfach zu organisieren ist.

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Unsere Generation ist mobil.

Carolin Fehlings

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„Unsere Generation ist mobil“, sagt Carolin Fehlings, „eine Freundin sucht schon innerhalb eines Jahres zum dritten Mal eine Reitbeteiligung.“

Auf der Plattform der Firmengründer können Besitzer Pferdeprofile einstellen. Interessierte können sich dann bewerben. Bisher, so Julian Löbbers, gebe es kein vergleichbares Angebot.

Derzeit läuft die Seite in der Beta-Phase – und auf NRW ( www.horsebuddy.nrw ) beschränkt. Mit den Verbesserungsvorschlägen, die dabei gewonnen werden, will man bundesweit online gehen.

Ein Geschäft wird aus der Seite allerdings erst mit Zusatzleistungen. Denn Angebote und Nachfragen können gratis auf die Seite gestellt werden.

„Wir wollen Features bieten, die wirklich einen Mehrwert haben“, sagt Carolin Fehlings. So könnten über die Seite Versicherungen und Verträge für Reitbeteiligungen angeboten oder Trainingspläne koordiniert werden.

Nachdenken über Bewertungsmodelle

Auch über Bewertungsmodelle wie sie bei vielen Tausch- und Anbieterportalen üblich sind, denken die münsterischen Gründer nach. „Das wird bei Pferden aber schwierig“, sagt Löbbers, „es sind ja Tiere und keine Gegenstände.“ Vielleicht werde man Erfahrungsberichte zulassen.

Für ihr Projekt haben die Gründer, die noch an ihren Master-Arbeiten schreiben, Fördermittel beantragt. „Irgendwann“, sagt Carolin Fehlings, „braucht man Startkapital.“

Kapital für junge Unternehmen zu generieren ist übrigens auch ein Ziel des Vereins „münsterLAND.digital“. Dessen Geschäftsführer Thomas Malessa meinte unlängst, es gebe in Münster genug Geld. Es fehle aber die Kultur, in neue Ideen zu investieren.

Carolin Fehlings ist gerade „pferdelos“. Vor einiger Zeit ist ihr eigenes Pferd verstorben. Für den Profi-Bereich, sagt sie, sei das Mitreitmodell von horsebuddy.de wohl nicht geeignet: „Professionelle Reiter suchen eher selten eine Reitbeteiligung.“

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