Fr., 21.04.2017

Preußen-Stadionpläne Verkehr bremst größeres Stadion aus

Kaum Chancen bestehen für ein Stadion mit mehr als 20 000 Zuschauern am Berg Fidel.

Kaum Chancen bestehen für ein Stadion mit mehr als 20 000 Zuschauern am Berg Fidel. Foto: ag

Münster - 

Was am Berg Fidel in Sachen Preußen-Stadion künftig geht, sagt der Entwurf zum neuen Bebauungsplan. Vor allem der Verkehr spielt dabei eine Rolle.

Von Dirk Anger

Was haben Verkehr und Fußball miteinander zu tun? Auf den ersten Blick vielleicht nicht viel, an der Hammer Straße aber eine ganze Menge. Denn die Verkehrssituation dort sowie an Siemensstraße und Berg Fidel ist offenbar das entscheidende Kriterium dafür, dass das in die Jahre gekommene Preußen-Stadion nur für bis zu 20 000 Zuschauer um- und ausgebaut werden darf. Das geht aus dem Bericht der Stadtverwaltung zum Bebauungsplan-Entwurf Sportpark Berg Fidel hervor. 

Nicht mehr als 20 000 Plätze an der Hammer Straße

Danach spielt – ein rundum geschlossenes Stadion vorausgesetzt – weniger der Fan-Lärm bei der Begrenzung der Zuschauerkapazität eine Rolle als die tatsächliche Erreichbarkeit der Fußballarena. Die Zahl der Stellplätze sowie die Abwicklung der Besucherströme bei der An- und Abreise lassen nach Einschätzung des Planungsamtes nicht mehr als 20 000 Plätze an der Hammer Straße zu. In der Vergangenheit hatten Optimisten noch auf bis zu 22 000 Zuschauer in einem umgebauten Stadion gehofft. Das ist jetzt wohl Geschichte.

Mehr zum Thema

Preußen-Stadion:  Schwierige Gemengelage bei der Standort-Suche

Die Preußen-Münster-Stadion-Lotterie: Eins aus 24?

Stadion-Neubau:  24 mögliche Standorte für das Preußen-Stadion

Neuer Bahnhaltepunkt wäre keine Entlastung

Selbst die Errichtung eines Bahnhaltepunktes nahe dem Stadion und die Nutzung zusätzlicher Parkflächen im weiteren Umfeld würden nicht zu einer „deutlichen Kapazitätserhöhung“ führen können, da gleichzeitig die Zahl der Stellplätze für Autos und Fahrräder am Stadion erhöht werden müsste. Dann wiederum reichen nach Ansicht der Planer die vorhandenen Straßen nicht mehr für die Verkehrsströme aus. Im Übrigen sei in dem aktuell vorgelegten Verkehrsgutachten bereits der Anteil der Zuschauer, der den öffentlichen Nahverkehr nutzen würde, „hoch eingestellt“.

Kommentar

Kommentar zu den Stadion-Plänen: Die Gretchenfrage

Kompromisssuche zwischen Wohnen, Sport und Freizeitnutzung

Wie ein roter Faden zieht sich das schwierige Nebeneinander von Wohnen, Sport, und Freizeitnutzung am Berg Fidel durch den Bericht. Das erfordere eine Gesamtabwägung aller Aspekte – unter dem gegenseitigen Gebot der Rücksichtnahme. Auch deshalb sei eine Erweiterung der Stadionkapazität über die Zahl von 20 000 hinaus „als nicht realistisch einzuschätzen“. Aktuell sind höchstens 15 000 Fans bei den Spielen erlaubt.

Politik in den nächsten Monaten gefragt

Ein Hindernis, spätestens mittelfristig unter den genannten Rahmenbedingungen ein zweitligataugliches Stadion am Berg Fidel zu errichten, könnte die Stadt indes selbst ausräumen. Derzeit ist der Bereich Berg Fidel nämlich als Wasserschutzgebiet ausgewiesen. Das erschwert alle Bauvorhaben. Doch da die Stadtwerke die Trinkwasserförderung dort bekanntlich einstellen wollen, könnte ein entsprechender Ratsbeschluss den Weg freimachen. Ohnehin dürfte die Politik in den nächsten Monaten gefragt sein: Sie muss im Gespräch mit den Verantwortlichen des Fußball-Drittligisten Preußen Münster ausloten, an welcher Spielstätte die Zukunft des Vereins liegen soll. Denn der SCP möchte ein bis zu 40 000 Zuschauer fassendes Stadion bauen. 

Chronologie

Historie:  Preußen-Stadion-Debatte seit 27 Jahren

Leserkommentare

Google-Anzeigen

Mehr zum Thema

flohmarkt.ms Anzeigen

Schnäppchen und Angebote aus Ihrer Umgebung

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4779610?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F