Fr., 21.04.2017

Mordprozess am Landgericht gestartet Mann soll Ehefrau erstochen und verstümmelt haben

Der Angeklagte Golam A. mit den Verteidigern Stefan Kreuels (l.) und Burkhard Benecken beim Prozessauftakt.

Der Angeklagte Golam A. mit den Verteidigern Stefan Kreuels (l.) und Burkhard Benecken beim Prozessauftakt. Foto: hpe

Münster - 

Weil seine getrennt von ihm lebende Ehefrau einen Scheidungsantrag nicht zurücknahm, soll ihr Ex-Mann sie erstochen und verstümmelt haben. Seit Freitag sitzt der 56-Jährige wegen Mordes im Landgericht Münster auf der Anklagebank.

Von Helmut P. Etzkorn

Als der Wachtmeister am Freitag gegen 13.30 Uhr im Saal 23 des Landgerichts Münster die Nebentür zum Haftraum aufschließt, erscheint ein kleiner Mann. Dreitagebart, Nickelbrille, ein unscheinbarer Pullover, der Gesichtsausdruck ist angespannt. Zwei Verteidiger drücken Golam A. schnell eine Aktenkladde in die Hand, damit der mutmaßliche Mörder seine Identität vor den Objektiven der Kameras verbergen kann.

Fast teilnahmslos geht der 56-Jährige zu seinem Stuhl und nimmt Platz auf der ­Anklagebank. Er schaut nicht in Richtung Zuschauerbank, blickt nur kurz zur Richterin. Offenbar ist er stark mit sich selbst beschäftigt, auch die Gespräche mit den Anwälten Burkhard Benecken und Stefan Kreuels sind kurz. Die Vorsitzende Richterin Gabriele Böhner fragt ihn nach den Personalien. Geboren am 1. Januar 1961 in Kabul, deutsche Staatsangehörigkeit. Mehr sagt Golam A. nicht. Ob er zu dem Vorwurf, seine vom ihm getrennt ­lebende Frau heimtückisch ermordet zu haben, etwas aussagen möchte, lässt der Beschuldigte offen.

Weil ein Verteidiger fehlt, bleibt es zum Prozessauftakt bei der Verlesung der Anklageschrift. Staatsanwalt Ralf Tyborczyk berichtet vom Ablauf der Bluttat aus Ermittlersicht.

Am 25. Oktober 2016 um 15.55 Uhr sei Golam A. in das Mehrfamilienhaus an der Hensenstraße in Gievenbeck gegangen. Im dritten Obergeschoss wohnte seine Ex-Frau (46), sie hatte die Scheidung eingereicht und damit aus Sicht des Mannes dessen Ehre verletzt. A. habe Einweghandschuhe getragen und ein Küchenmesser dabeigehabt. Er habe ge­wartet, bis sich die Tür öffnet. Die Frau wollte eigentlich los und ihr Enkelkind abholen. In diesem Moment habe der Mann mit Pfefferspray angegriffen. Die Frau flüchtete zurück in die Wohnung, habe Stiche in den ­Rücken bekommen. Später lag sie wehrlos auf dem Boden. Ihr Ex-Mann habe vielfach auf den Körper eingestochen und ihr Gesicht verstümmelt. Dann habe er bei Nachbarn geklopft, sie sollten den Rettungsdienst alarmieren.

Golam A. ließ sich festnehmen, für die Frau kam jede Hilfe zu spät.

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