Mo., 24.04.2017

Kriminalitätsstatistik 2016 Mehr Straftaten – auch von Zuwanderern

 

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Münster - 

Im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Münster hat die Zahl der nichtdeutschen Verdächtigen, eine Straftat begangen zu haben, seit 2007 kontinuierlich zugenommen – von 1837 auf aktuell 3605.

Von Martin Kalitschke

Deutlich mehr Zuwanderer haben im vergangenen in Deutschland Straftaten begangen. Die Zahl der Tatverdächtigen nahm gegenüber dem Vorjahr um rund 52 Prozent auf fast 175.000 zu, berichtete am Montag Bundesinnenminister Thomas de Maizière bei der Vorstellung der Kriminalstatistik 2016. Zu den Zuwanderern zählt der vom Bundeskriminalamt erstellte Bericht Asylbewerber, Flüchtlinge und Personen, die sich unerlaubt im Land aufhalten.

Anzahl nichtdeutscher Tatverdächtiger gewachsen

Im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Münster hat die Zahl der nichtdeutschen Tatverdächtigen seit 2007 kontinuierlich zugenommen – von 1837 auf aktuell 3605. 2016 lag der Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger an der Gesamtzahl der Tatverdächtigen bei 37,6 Prozent, zehn Jahre zuvor hingegen bei nicht einmal 20 Prozent.

Wie bundesweit auch, bereiteten der münsterischen Polizei im vergangenen Jahr vor allem Tatverdächtige aus Nordafrika (Marokko, Algerien, Tunesien) und vom Balkan Sorge. 484 der 3605 nichtdeutschen Tatverdächtigen stammten hier 2016 aus den Maghreb-Staaten, 368 aus Serbien, bei 263 Personen handelte es sich um Syrer.

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1170 der im Bereich des Polizeipräsidiums Münster registrierten Tatverdächtigen sind als Asylbewerber registriert – das sind fast 400 mehr als im Jahr 2015, damals waren es 771. Bei 255 Personen wurden Strafverfahren eingeleitet, weil der Verdacht besteht, dass sie sich illegal in Deutschland aufhalten, heißt es in der Statistik.

Ähnliche Entwicklung in NRW

Das Landeskriminalamt registrierte für ganz Nordrhein-Westfalen eine ähnliche Entwicklung wie im Bereich des Polizeipräsidiums Münster. Der Anteil der nichtdeutschen Tatverdächtigen an der Gesamtzahl der Tatverdächtigen lag 2016 NRW-weit bei 35,9 Prozent (Münster 37,6 Prozent). Zum Vergleich: Der Anteil der nichtdeutschen Bevölkerung an der Gesamtbevölkerung liegt in Nordrhein-Westfalen bei 11,8 Prozent.

Die münsterische Kriminalitätsstatistik gibt keinen Aufschluss, in welche Straftaten die nichtdeutschen Verdächtigen verwickelt waren. Im gesamten Bundesland wurden nichtdeutschen Verdächtigen 2016 vor allem Ladendiebstähle und Gewaltdelikte vorgeworfen.


Kommentar

Falsche Tabuisierung

Es ist noch nicht lange her, da war Ausländerkriminalität ein Tabu. Wer sie thematisierte, sah sich geradezu reflexhaft dem Vorwurf ausgeliefert, „rechts“ oder „rassistisch“ zu sein. Die am Montag veröffentlichte Statistik zeigt hingegen, dass es sich bei der Ausländerfeindlichkeit eben nicht um Hetze aus der rechten Ecke, sondern um eine mit Zahlen belegbare Entwicklung handelt: Immer mehr Tatverdächtige sind Ausländer. Das festzustellen, ist nicht ausländerfeindlich – sondern schafft vielmehr die Voraussetzung, ein Problem gezielt – und präventiv – anzugehen. Nicht die Thematisierung, sondern vielmehr die Tabuisierung der Ausländerkriminalität ist falsch.

Doch auch dies muss klar gesagt werden: Es sind nicht „die Ausländer“, die Straftaten begehen, sondern es ist nur ein Bruchteil der in diesem Land friedlich lebenden ausländischen Mitbürger. Nebenbei: Bei zwei Dritteln der Tatverdächtigen handelt es sich um Deutsche. Martin Kalitschke

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