Fr., 28.04.2017

Naviki analysiert Radverkehrsströme Fahrrad-Navi für die Münster-Rundtour

Achim Hennecke vor einer sogenannten Heat-Map von Münster. Die farbigen Linien zeigen, wo Radler besonders häufig herfahren.

Achim Hennecke vor einer sogenannten Heat-Map von Münster. Die farbigen Linien zeigen, wo Radler besonders häufig herfahren. Foto: Günter Benning

Münster - 

Wer Rad-Strecken plant, kommt an Naviki kaum vorbei. Die Software aus Münster wird mittlerweile selbst von VW und der Bahn benutzt. Geschäftsführer Hennecke erklärt, dass man mit Naviki-Daten auch herausfinden könnte, ob es einen Bedarf für eine zweite Münster-Promenade gäbe.

Von Günter Benning

Achim Hennecke wirft eine Karte von Münster auf den Flachbildschirm: Eine Heat-Map. Rötliche Striche zeigen gefahrene Routen von Radlern. Tiefrot wird es, wo sich viele Linien überdecken.

Naviki als umfassendstes Fahrradportal

Hennecke ist Geschäftsführer der „beemo GmbH“ an der Soester Straße. Seit 2009 entwickelt er die Navigationssoftware „Naviki“. Ein Fahrradroutenprogramm, das es mittlerweile in 14 Sprachen gibt, auch in Arabisch.

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Es gibt andere Programme, die touristisch orientiert sind aber wir haben das umfassendste Fahrradportal.

Achim Hennecke

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Naviki-Route rund um Münster.

Naviki-Route rund um Münster. Foto: Naviki

360.000 registrierte Nutzer hat sein Programm, das als App auf dem Smartphone die unterschiedlichsten Touren vorschlägt. Und zwar allen: vom Sportler bis zum Freizeit-Radler. „Es gibt andere Programme, die touristisch orientiert sind“, sagt Hennecke, „aber wir haben das umfassendste Fahrradportal.“

Naviki hat in wenigen Jahren Quantensprünge hinter sich gebracht. Zumindest aus Sicht der Nutzer. Die Karten basieren auf Open Street Map, einer offenen Sammlung von Daten, die jeder nutzen und erweitern kann. Hennecke: „Wenn hier im Innenhof ein Gullydeckel ist, kann man das sehen. So detailliert ist das.“

Vielseitige Kooperationen

Das Programm ist in der Elementar-Fassung kostenlos. Wer mehr will, etwa Touren abspeichern, muss zahlen. Zudem kooperieren die Münsteraner mit zahlreichen Kunden. Auf den Internetseiten der Stadt Köln ist Naviki der Routenplaner für alle Fahrradwege in die Verwaltung.

In Wolfsburg nutzt VW das Portal, um seinen Mitarbeitern das Radeln nahe zu bringen. Hennecke: „Auch um Staus zu vermeiden, in denen die Just-in-Time-Lkw für den Betrieb feststecken.“

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Hennecke kooperiert mit Radherstellern, die das Radler-Navi in ihren E-Bikes verwenden. Und auch im Multi-Mobil-Portal Quixxit der Deutschen Bahn, das Mobilitätsvergleiche ermöglicht, spielt Naviki die Fahrrad-Partitur.

Wie bei allen Navigationsprogrammen fallen auch bei Naviki massenhaft Daten an. Deren Auswertung, sagt Hennecke, sei für Verkehrsplaner interessant. Als in Amsterdam eine Fahrradbrücke gebaut wurde, analysierte Naviki-Mitarbeiter den tatsächlichen Bedarf. Einerseits sahen sie, wo real gefahren wurde. Andererseits konnten sie feststellen, welche Start- und Zielangaben die Radler gemacht hatten.

Dr. Norbert Allnoch mit einer handgezeichneten Vorstellung von einem zweiten Promenaden ring.

Dr. Norbert Allnoch mit einer handgezeichneten Vorstellung von einem zweiten Promenaden ring. Foto: Günter Benning

Als Achim Hennecke in der vergangenen Woche von der Idee des Münsteraners Dr. Norbert Allnoch hörte, einen zweiten Promenadenring um Münster anzulegen, wurde er gleich hellhörig. Mit Naviki-Daten, ist er sicher, ließe sich ermitteln, ob es realen Bedarf für die Rundum-Verbindungen gäbe. „Das ist etwas Aufwand“, sagt er, „aber möglich.“

Naviki im europaweitem Wettbewerb

Bisher werden Verkehrsdaten meist durch punktuelle Verkehrszählungen ermittelt. Sie sagen natürlich nur etwas über reale Wege aus – nichts aber über Wünsche und Fernziele. Bisher habe es schon einmal Kontakt mit der Stadt Münster gegeben, sagt Hennecke, aber mehr wurde daraus nichts.

Im Mai testet sich Naviki in einem europaweiten Wettbewerb. 50 Städte nehmen an der European Cycling Challenge teil. Sie müssen ihre Bürger ans Radeln bringen. Wer die meisten Kilometer nachweist, gewinnt. Die Software, über die das alles organisiert und ausgewertet wird, kommt aus Münster. Deutsche Städte nehmen übrigens an dem Wettbewerb nicht teil. 

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