Stadtteilbegehung
Zu viele Barrieren und Stolperfallen

Münster -

Mit dem Rollstuhl oder einem Rollator sind schon wenige Meter entscheidend: Ist eine Kante zu hoch, bedeutet das enorme Anstrengungen und auch Gefahren. In Mauritz-Ost waren Anwohner auf Fehlersuche.

Donnerstag, 11.05.2017, 06:05 Uhr

Gefährliche Kanten gibt es in Mauritz-Ost viele. Rollstuhlfahrer Johannes Symalla kennt die Probleme sehr gut.
Gefährliche Kanten gibt es in Mauritz-Ost viele. Rollstuhlfahrer Johannes Symalla kennt die Probleme sehr gut. Foto: f

In Mauritz-Ost wird gearbeitet und gebuddelt, was das Zeug hält. Entlang der Wolbecker Straße, vor allem die Kreuzung zur Umgehungsstraße B 51, werden die Baustellen noch in den kommenden Jahr für jede Menge Staus sorgen.

Für die Menschen, die in Mauritz entlang der Wolbecker Straße wohnen, kann das alles nicht schnell genug vorbei sein. Auch die Kreuzungen der Wolbecker Straße mit der Mühlhäuser Straße und dem Laerer Landweg stehen auf der Agenda der Stadt. Dort sehen die Anwohner den meisten Bedarf.

Fehlende Absenkungen und gefährliche Stolperkanten

Die Stadtteilinitiative „Älter werden in Mauritz“ hat zusammen mit der Kommunalen Seniorenvertretung in einem Fragebogen kritische Orte abgefragt. Am Dienstag gab es eine Stadtteilbegehung – um zu sehen, wo der Schuh drückt. Fehlende Absenkungen und gefährliche Stolperkanten landeten auf der Liste von Jochen Kriegeskorte von der Diakonie Münster.

Beteiligt hat sich auch Johannes Symalla . Er wohnt in Mauritz und weiß aus eigener Erfahrung, wo vor allem die Barrierefreiheit eingeschränkt ist: Er sitzt im Rollstuhl. Viele Absenkungen an Gehwegen seien zu hoch, um sie problemlos zu überwinden, beklagt er. Betroffen sind auch viele Senioren, die mit Rollatoren unterwegs sind. „Die Teilhabe ist hier nicht möglich“, macht eine Seniorin deutlich. „Mal eben in die Stadt“ fahren, ginge nicht. Es sei stets ein Kraftakt.

'">

Mangelnde Verkehrssicherheit

Die Anwohner beklagten viele Probleme bei der Verkehrssicherheit. „Die Ampelphasen für Fußgänger sind viel zu kurz“, betonte eine von ihnen. Das Überqueren der Wolbecker Straße sei an vielen Stellen gefährlich und unübersichtlich.

Zudem wünsche man sich eine Bushaltestelle im Bereich der Kreuzung Wolbecker Straße / Mühlhäuser Straße. „Jeder Meter zählt für die Bewohner des Betreuten Wohnens“, betonte Carla Bukmakowski vom Seniorenbüro in St. Margareta. Sie hat die Aktion mit ins Leben gerufen und findet: „Die Stadt darf an ihrer Menschlichfreundlichkeit durchaus noch arbeiten.“

„Wir möchten nicht warten"

Die Ergebnisse der Begehung werden an die Stadt Münster weitergegeben. „Wir möchten nicht fünf Jahre warten. An manchen Stellen muss sofort etwas passieren“, verdeutlicht Carla Bukmakowski die Situation.

Anzeige
Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4825449?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F
Graffiti-Sprayer von Polizei enttarnt
In weiten Teilen der Stadt hat der Sprayer solche Männchen auf die Fassaden gemalt – unter anderem an der Schillerstraße.
Nachrichten-Ticker