Mi., 14.06.2017

Nach Spesen-Skandal Sparda-Bank Münster kommt nicht zur Ruhe

Nach Spesen-Skandal: Sparda-Bank Münster kommt nicht zur Ruhe

Am Mittwoch wählte die Vertreterversammlung der Sparda-Bank Münster sämtliche Mitglieder des Aufsichtsrates neu. Foto: Klaus Wiedau

Münster - 

Der Neuanfang ist nicht einmal gemacht, da prasselten auf die Sparda-Bank Münster am Mittwoch schon wieder neue Vorwürfe ein. Medien berichteten kurz vor Beginn der Vertreter­versammlung in Münster von luxuriösen Reisen, die unter dem ehemaligen Vorstandschef Enrico Kahl für die Führungsriege der Bank, inklusive Filial- und Ab­teilungsleitern, veranstaltet wurden. 

Von Jürgen Stilling

Von Snowmobil- Safari und Hundeschlittenfahrten am Polarkreis, Segeltouren vor Mallorca und ei­ner exklusiven Reise in die Toskana ist die Rede. Ute ­ Cewe, Pressesprecherin der Bank, wollte sich gegenüber unserer Zeitung zu diesen Vorwürfen nicht äußern: ­„Wir kommentieren grundsätzlich keine Spekulationen.“ Sogenannte „Incentive“- Reisen für Mitarbeiter sind zwar nicht illegal, sind aber unüblich. Nach Informationen aus Finanzkreisen gilt das besonders in der Bankenbranche.

Neuwahlen nach Spesen-Skandal

Die Sparda-Bank Münster hatte in jüngster Vergangenheit schon mehrfach für ­negative Schlagzeilen gesorgt: Nach der Entlassung von Kahl im Oktober 2015 und Ermittlungen gegen ihn sowie 18 weitere Personen wegen Untreueverdachts hatte im Mai dieses Jahres der komplette neunköpfige Aufsichtsrat seine Ämter niedergelegt. Am Mittwoch wählte die Vertreterversammlung sämtliche Mitglieder dieses Kontrollgremiums neu.

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Der Beginn: Auf Fragen unserer Zeitung teilte Enrico Kahl im Oktober 2015 mit,  dass der Aufsichtsrat der Sparda-Bank Münster ihm am Wochenende fristlos gekündigt hat. Angeblich geht es um Spesen-Belege.

Bielefeld übernimmt: Die bislang federführende Staatsanwaltschaft Münster hat die Akten  an die Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Wirtschaftskriminalität in Bielefeld abgetreten.

Chronologie: Schon zu Beginn der Ermittlungen überschlugen sich die Ereignisse. wie unsere  Chronologie zeigt.

Nach Spesenskandal: Aufsichtsrat legt Ämter nieder

Schwere Vorwürfe gegen alten Aufsichtsrat

Mitglieder des alten ­Aufsichtsrats sollen die Bank als eine Art Selbstbedienungsladen betrachtet haben. Bei den Vorwürfen der Schwerpunktstaatsanwaltschaft Wirtschaftskriminalität in Bielefeld gegen ehemalige Vorstände und Aufsichtsratsmitglieder geht es um private Feiern, die auf Kosten der Sparda-Bank veranstaltet worden sein sollen. Außerdem soll die Bank Besuche bei Sportveranstaltungen und Karten für die Wagner-Festspiele in Bayreuth organisiert und finanziert haben.

Sparda-Bank verfolgt Neuausrichtung

Mit der Neubesetzung des Aufsichtsrats wolle die Sparda-Bank nun die eingeleitete strategische Neuausrichtung konsequent fortsetzen, hieß es nunmehr.

Das Geschäftsjahr 2016 hat die Sparda-Bank mit einer gravierenden Ertragsdelle abgeschlossen. Der Jahresüberschuss sank im Vergleich zum Vorjahr um 44 Prozent auf nur noch 1,74 Millionen € . Zum Jahres­beginn hatte die Bank ihr kostenloses Girokonto auf Online-Kunden beschränkt.

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