Mo., 19.06.2017

Praxisübung Humanitäre Hilfe Leben und helfen in Krisengebieten

Krisenhelferin Inga Henning-Finke erläutert den Studenten anhand eines Planspiels, wie ein Feldlazarett in Krisengebieten aufgebaut und organisiert werden muss.

Krisenhelferin Inga Henning-Finke erläutert den Studenten anhand eines Planspiels, wie ein Feldlazarett in Krisengebieten aufgebaut und organisiert werden muss. Foto: hpe

Münster - 

Rund 100 Studenten beteiligten sich am Samstag in Münster an einer Praxisübung zum Leben und Helfen in Katastrophengebieten. Sie wurde organisiert vom Kompetenzzentrum Humanitäre Hilfe an der Fachhochschule Münster.

Von Helmut Etzkorn

Inga Henning-Finke (37) ist Fachkrankenschwester für Anästhesie und Intensivpflege an den Christophorus-Kliniken in Dülmen. Sie hat gerade ihr Masterstudium in Gesundheitswissenschaften abgeschlossen und ist ehrenamtliches Mitglied in der sogenannten Emergency Response Unit des Deutschen Roten Kreuzes. Ihre Einsatzgebiete sind Ruanda und vor Kurzem ein Flüchtlingslager an der mazedonischen Grenze im Norden Griechenlands. Mehrere Wochen lang hat sie sich dort um über 1000 Opfer gekümmert. „Rund um die Uhr, sieben Tage in der Woche, irgendwann ist man platt“, sagt sie.

Am Samstag berichtet Henning-Finke in einem Zelt auf dem Leonardo-Campus vor Studenten, welche Herausforderung gerade der Aufbau eines Medizin-Camps in Katastrophenregionen bedeutet. „Wir fangen oft bei null an, müssen erst einmal Zelte aufbauen. Da packt jeder mit an, vom Chefarzt bis zum Fahrer.“ Auf viele Details muss geachtet werden. „Die Radiologie darf wegen der Strahlung nicht neben dem Aufenthaltszelt platziert werden. Man braucht Dolmetscher, sonst kann man die Patienten nicht optimal behandeln. Wir müssen Hilfe zur Selbsthilfe leisten. Denn wenn wir weg sind, muss es auch ohne uns weitergehen“, erzählt sie.

Unter der Regie von Prof. Joachim Gardemann, der als Mediziner und Chef des Kompetenzzentrums Humanitäre Hilfe an der Fachhochschule Münster weltweit in Krisengebieten im Einsatz war, wurde die Praxisübung realitätsnah durchgespielt. Rund 100 Studierende bauten ein mobiles Zelthospital auf, aus Paletten wurden Toiletten gezimmert und Krisenhelfer gaben Tipps zu Lebens- und Arbeitsbedingungen. „Diese Übungstage sind für uns ein Erfolgsmodell. Viele der Ehrenamtlichen, die heute in Krisenregionen aktiv sind, haben ihr Handwerkszeug hier gelernt“, so Gardemann.

Erstmals dabei ist Medizinstudent Stefan Kahnert (23). „Man kann sich besser vorstellen, was einen erwartet. Darum ist die Teilnahme hier sinnvoll“, sagt er.

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