Mi., 28.06.2017

Nächtliche Erscheinung an der Käserei Graffiti-Comeback im Hafen

Kurzfristig kehrten die Graffiti visuell als Fassaden-Projektion an die Fassade der Hafenkäserei zurück.

Kurzfristig kehrten die Graffiti visuell als Fassaden-Projektion an die Fassade der Hafenkäserei zurück. Foto: Netlabel "blumeblau"

Münster - 

Die vor einigen Tagen auf drängen von Architekten entfernten Graffiti an der Hafenkäserei sind wieder aufgetaucht. Zumindest als ziemlich kreative Lichtprojektion an einem Abend.

Von Helmut P. Etzkorn

Viele Passanten, die am Freitagabend am Kreativkai unterwegs waren, hatten beim Blick auf die Hafenkäserei unweigerlich ein Déjà-vu-Erlebnis und rieben sich verwundert die Augen: Die erst vor einigen Tagen auf Drängen des Architekten zwangsweise entfernten Graffiti waren wieder zu sehen. Allerdings nicht aufgesprüht auf den Beton, sondern visuell als Fassaden-Projektion per Beamer und Laptop vom Ufer aus.

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Einer der Beteiligten an der künstlerisch auffälligen Guerilla-Aktion zu später Stunde im Schatten des Unterwasser-Stegs ist Melchior Pfalzgraff vom münsterischen Netlabel „blumeblau“. „Die alten Bauten am Hafen sind verschwunden, es ist kaum noch Platz für die kreative Szene. Wir wollten mit der Hafenbeamerei dem Kreativkai zu genüge tun“, erklärt Pfalzgraff. Mitglieder der Visual-Projekte „7dex visuals“ und „Lekkerlicht“ bastelten aus Fotos von den entfernten Graffiti die Fassadenprojektion. Federführend bei der Umsetzung des Projektes war VJ Yochanan Rauert.

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Eine reine Spaßaktion sollte das scheinbare Kunst-Comeback an der Käserei jedenfalls nicht sein, die "Graffiti-Freunde" nutzten „bewusst die moderne Technik, um ein Zeichen zu setzen“. Auf der Facebook-Seite vom „blumeblau“ ist ein kleiner Film von der Aktion zu sehen und gibt es viel Zustimmung. „Großartig“, „Mega-Idee“ und „genial“ steht dort ebenso wie „das hat zehn mal mehr Charme, als so eine seelenlose weiße Fassade“.

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Die Chefin der Hafenkäserei, Ann-Paulin Söbbeke, findet die Lichtinstallation „ziemlich gut“ und hätte es sich gern angesehen, wenn sie vom Termin gewusst hätte. „Das Kunstwerk ist nicht ausgestorben und zeigt die Kreativität hier im Hafen“, so Söbbeke.

Aktuell arbeite die Hafenkäserei am neuen Konzept für die Gestaltung, bis dahin könnte sie sich „ab und zu“ eine Wiederholung der Visualisierung vorstellen. Auch die münsterischen Visiualisten schließen eine Rückkehr der bunten Bilder nach Einbruch der Dunkelheit nicht aus. So wird es vielleicht ein "Wiedersehen" geben...

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