Di., 04.07.2017

TEDx im Zug Projekte für bessere Welt

Ingo Hoff war einer der Sprecher, er berichtete über seinen 48-Stunden-Lauf nach Amsterdam.

Ingo Hoff war einer der Sprecher, er berichtete über seinen 48-Stunden-Lauf nach Amsterdam. Foto: Maria Conlan

Münster - 

Eine Plattform für Ideen: Das ist TEDx. Dieses Mal ging es um Grenzüberschreitungen – deshalb wurde die Veranstaltung auch in einem Zug durchgeführt.

Von Maria Conlan

Wo können Grenzübergänge am besten besprochen werden? In einem Zelt direkt auf der Grenze zwischen den Niederlanden und Deutschland – oder einfach im Zug, der die Grenze täglich mehrmals überquert? Aus einer Idee wurde ein monatelanges, ausgearbeitetes Projekt und dazu eines, das aufging und um die 100 Personen begeisterte.

Am letzten Donnerstag luden die TEDx Saxion University Enschede und TEDx Münster zum TEDx Crossing Borders in den Zug von Enschede nach Münster ein. Als Partner konnten sie Euregio und Deutsche Bahn, Interreg Deutschand Nederland und PM Presentation Master gewinnen, die diese Idee unterstützten.

Die Teilnehmer trafen sich in Enschedes Fachhochschule. Über 70 Niederländer und Deutsche, vom Studenten bis Geschäftsmann, hatten sich angemeldet und auf diese besondere Grenzüberschreitung begeben.

Jeder wurde im Zug mit Kopfhörern ausgestattet, Monitore standen zur Verfügung, um das Geschehen in der Waggonmitte auf dem roten Bühnen-Teppich genau verfolgen zu können. Störten anfangs noch die Zuggeräusche und Durchsagen, fiel die Konzentration auf die spannenden Vorträge zunehmend leichter. Dazwischen kamen die Mitreisenden mit kurzen Anregungen seitens der Moderatoren Carina Schmid (TEDxMünster) und Artur Jarosiewicz (TEDxSaxionUniversity) schnell ins Gespräch.

Drei spannende Vorträge

Drei Redner fesselten die Aufmerksamkeit der Mitreisenden. Zunächst blickte der niederländische Journalist Merlijn Schoonenboom auf ein Vierteljahrhundert Grenzüberschreitungen zurück, meist per Zug von Amsterdam nach Berlin. Er sprach über nationale Vorurteile und Klischees und deren soziohistorischen Wandel. Seine Erfahrungen mit den berufsbedingten Grenzübergängen hat er in einem Buch „Warum wir plötzlich die Deutschen lieben und sie sich davor erschrecken“ zusammen gefasst.

Ingo Hoff, ein Gronauer Unternehmer, hatte die Strecke von der Anne-Frank-Straße in Gronau bis zum Anne-Frank-Haus in Amsterdam zu Fuß zurück gelegt: 170 km in 48 Stunden. Er setzte damit ein Zeichen gegen den aufkommenden Populismus. Ein „verrücktes Projekt für eine bessere Welt, um an ein starkes Mädchen zu erinnern und aus der Geschichte zu lernen“, fasste er zusammen.

Mehr zum Thema

„TEDx“-Reihe wird im September fortgesetzt: Eine Bühne für Ideen [26.06.2017]

Konferenz TEDxMünster im Schloss: Ideen für einen Neuanfang [30.09.2016]

Als dritte sprach Riham Sabbagh, Anglistin aus Aleppo, die mit Mutter und Bruder die Flucht nach Deutschland gelang. Sie berichtete von zahlreichen Grenzen innerhalb ihres Heimatlandes und der geteilten Stadt Aleppo. Sie hob Beispielen in Ochtrup hervor, wo es darum geht, Toleranz und Wissen zu über unterschiedliche Menschen und Kulturen zu vertiefen. Sie setzte sich ein für offene Grenzen und bat um alle um „ein offenes Herz und offenen Geist“.

Leserkommentare

Google-Anzeigen

Mehr zum Thema

karriere.ms Anzeigen

Ihr Jobportal für unbefristete und befristete Stellenangebote aus dem Münsterland

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4984553?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F