Sa., 15.07.2017

Erinnerung an Putschversuch Türken legen eine Schweigeminute ein

Generalkonsulin Pinar Gülün Kayseri erinnert an den vereitelten Putschversuch vor einem Jahr.

Generalkonsulin Pinar Gülün Kayseri erinnert an den vereitelten Putschversuch vor einem Jahr. Foto: Oliver Werner

Münster - 

Die türkische Generalkonsulin in Münster erinnert an den Putschversuch vor einem Jahr. Dazu gibt es überall Mahnwachen und Gedenkfeiern. In Münster legen die Türken eine Schweigeminute ein.

Von Gabriele Hillmoth

Die türkische Generalkonsulin Pinar Gülün Kayseri nimmt keine politischen Einschätzungen vor. Dafür sei die Botschaft in Berlin zuständig, sagt die 44-Jährige. Wenig konkret wird die Generalkonsulin auch bei der Frage nach der Verhaftung des Journalisten Deniz Yücel. Der Grund für dessen Inhaftierung sei ihr nicht bekannt. Die Generalkonsulin betont vielmehr, dass die Türkei eine pluralistische Gesellschaft sein möchte, Wert auf Presse- und Meinungsfreiheit lege und alle Terror-Organisationen bekämpfen würde.

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Erinnern an den 15. Juli 2016

Der Grund für Pinar Gülün Kayseris Einladung aber ist nach eigenen Angaben der Jahrestag des Putschversuches vor einem Jahr. Aus diesem Grunde treffen sich die Türken in Münster am heutigen Samstag zu einer Gedenkfeier. „Wir legen eine Schweigeminute ein“, sagt Kayseri, die mit rund 100 Teilnehmern rechnet und dafür einen Raum in der Handwerkskammer gemietet hat.

Die Generalkonsulin erinnert an den 15. Juli 2016. Sie möchte darüber informieren, was in den zwölf Monaten danach passiert ist. Sie seien stolz darauf, die Stärke der Demokratie bewahrt zu haben, sagt Pinar Gülün Kayseri. Die Generalkonsulin spricht von 250 Zivilisten, die bei dem Putschversuch gestorben seien. 2000 Menschen seien verletzt worden. Und sie berichtet von Tausenden Festnahmen, nennt später die Zahl von 100 000 Menschen, die überprüft worden seien.

Andauernder Ausnahmezustand

34 000 Menschen seien inzwischen wieder an ihre Arbeitsplätze im öffentlichen Dienst zurückgekehrt. 399 Richter und Staatsanwälte seien wieder eingesetzt worden. Der Ausnahmezustand in der Türkei halte aber bis zum heutigen Tag an. „Wir sind traumatisiert und schockiert“, sagt Kayserie. Die türkische Generalkonsulin rechnet mit einer Fortsetzung des Ausnahmezustandes.

In der Türkei herrsche wieder normaler Alltag, trotzdem sei der Touristenstrom um ein Drittel zurückgegangen, bedauert Kayseri, die auch hofft, dass die EU-Beziehungen wieder aus dem derzeitigen Tiefpunkt herausfinden würden. Der Wunsch, Mitglied zu werden, sei vorhanden, fügt die Konsulin hinzu.

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