Mo., 17.07.2017

SPD kritisiert Konversions-Verhandlungen „Große Naivität der Stadt“

So soll das Gelände der York-Kaserne künftig aussehen. Die SPD kritisiert den noch ausstehenden Grundstückskauf

So soll das Gelände der York-Kaserne künftig aussehen. Die SPD kritisiert den noch ausstehenden Grundstückskauf

Münster - 

„Die Bundesanstalt für Immobilienangelegenheiten (Bima) ist der Goldesel des Bundesfinanzministeriums.“ Diese Einschätzung zum noch ausstehenden Kauf der York-Kaserne und der Oxford-Kaserne durch die Stadt Münster belegte der SPD-Fraktionschef am Montag bei einem Pressgespräch mit Zahlen.

Von Klaus Baumeister

Seit Beginn der Verhandlungen zwischen Bima und Stadt 2012 seien die Grundstückspreise in den betreffenden Gebieten um 63 bis 72 Prozent gestiegen, erklärte Jung unter Berufung auf die Bodenrichtwertkarte. Konkret: In Gremmendorf-Nord nahe der York-Kaserne stieg der Baulandpreis von 250 auf 430 Euro je Quadratmeter, in dem Quartier nordöstlich der Oxford-Kaserne von 300 auf 500 Euro.

Wegen der unterschiedlichen Nutzung könne man diese Preise nicht direkt auf die Kasernen-Flächen übertragen, wohl aber die Preissteigerungsrate.

Der Umstand, dass die Stadt Münster auch fünf Jahre nach der Konversionsvereinbarung die Grundstücke noch nicht gekauft hat, bewertete Jung als Beleg dafür, dass die „Stadt mit großer Naivität vorgegangen ist“. Die geplante Umwandlung der beiden Kasernen in Wohnquartiere entpuppe sich als „Katastrophe“.

Derweil betonte der SPD-Bundestagskandidat Robert von Olberg, dass die SPD-Bundestagsfraktion innerhalb der großen Koalition darauf gedrängt habe, die Vorgaben für die Bima dergestalt zu ändern, dass eine verbilligte Abgabe von Konversionsgrundstücken angezeigt sei, „wenn dort preiswerter Wohnraum geschaffen werden soll“. Damit habe man sich aber nicht durchsetzen können, kritisierte von Olberg das CDU-geführte Bundesfinanzministerium weiter.

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Da die Bima beim Kasernenverkauf klar von der Preissteigerung profitieren werde, sieht Dr. Jung drei Szenarien für die Zukunft: 1. Die Stadt gehe massiv in die Verschuldung. 2. Der Anteil an Sozialwohnungen im Quartier werde reduziert. 3. Das Bauvolumen auf den Grundstücken werde massiv erhöht. „Alle drei Szenarien sind nicht schön.“

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