Karin Reismann feiert 75. Geburtstag
Gärtnerin aus Leidenschaft

Münster -

Münsters Bürgermeisterin Karin Reismann wird heute (27. Juli) 75 Jahre alt.

Donnerstag, 27.07.2017, 08:07 Uhr

Karin Reismann ganz privat. Am heutigen Donnerstag feiert Münsters Bürgermeisterin ihren 75. Geburtstag.
Karin Reismann ganz privat. Am heutigen Donnerstag feiert Münsters Bürgermeisterin ihren 75. Geburtstag. Foto: Oliver Werner

Über die Laube rankt der Wein, in den Kästen wetteifern weißer Jasmin und pinkfarbener Phlox miteinander, die Tomaten im Kübel leuchten purpurrot: „Und sie schmecken auch richtig gut“, sagt die Gärtnerin, die dieses Paradies hegt und pflegt. Und die ganz offensichtlich einen supergrünen Daumen hat: Karin Reismann ganz privat.

Die Idylle mitten in Pluggendorf ist ihr Rückzugsort, da kann sie auftanken, runterkommen, entspannen, wenn Trubel, Termine und Telefonate überhandnehmen. Und das ist keine Seltenheit: Karin Reismann ist CDU-Ratsfrau, Mitglied in vielen Ausschüssen und Gremien. Und mehr noch: Sie ist Bürgermeisterin mit Leib und Seele. Ein Full­Time-Job, der oft genug nur wenig Zeit zum Verschnaufen lässt. Heute aber dreht sich mal nichts um Politik, um Bürgerfragen oder Verpflichtungen – der 27. Juli 2017 ist einfach ihr Tag: Karin Reismann feiert ihren 75. Geburtstag.

Um gleich allen Gratulanten und Blumenboten den Weg zu ersparen: Sie ist nicht zu Hause. An der Ahr, „in unserer kleinen Hütte“, wie ihr Mann den Rückzugsort in der Eifel nennt. Dort wird sie im Kreis der Familie anstoßen auf diesen Jubeltag, an dem sie sich persönlich für die Zukunft vor allem eines wünscht: „Gesund bleiben.“ Und da sie weiß, dass das nicht von allein klappt, geht Münsters Bürgermeisterin allen Sportmuffeln mit gutem Beispiel voran: 40 Mal das goldene Sportabzeichen, jeden Morgen mit Hund die große Runde um den Aasee, mit dem Fahrrad zum Rathaus und zu vielen anderen Terminen . . .

Als vor mehr als 17 Jahren die Frage im Raum stand, sich in der Politik zu engagieren, ja sogar für das Amt der Bürgermeisterin zu kandidieren, hatte sie schlaflose Nächte.

Damals war Karin Reismann Pfarrsekretärin in St. Antonius, mehr noch, der „gute Geist“ in der Gemeinde. Zum politischen Erfolg und Einstieg habe sie damals sogar Bischof Lettmann beglückwünscht: „Das Bistum hat mich dann freigestellt für die neuen Aufgaben.“

Einer, der das sehr skeptisch und überhaupt nicht begeistert kommentiert hat, war ihr Mann. Immerhin: „Ich glaube, sie macht das ganz gut“, sagt er heute. Obwohl er den Satz: „Ich bin mal kurz weg . . .“ nicht mehr hören kann. Seine Frau aber spart nicht mit liebevollem Lob: „Ohne ihn hätte ich das alles nicht geschafft.“ Er nimmt Telefonate entgegen, kümmert sich (mit) um den Haushalt – und hat auch ein Auge drauf, was „Frau Bürgermeisterin“ bei ihren Auftritten trägt. Er ist nie dabei: „Das ist einfach nicht mein Ding.“ Umso mehr schmunzelt sie, wenn ihr Mann bei Veranstaltungen offiziell begrüßt wird: „Obwohl er gar nicht da ist.“

Ihr Ehrenamt als Bürgermeisterin nimmt Karin Reismann sehr ernst. Es sei ihr wirklich eine Ehre, sich für Münster und die Münsteraner einzusetzen. „Das steckt doch schon in dem Begriff, Bürgermeisterin – etwas meistern für die Bürger“, interpretiert sie den Anspruch, den sie dabei an sich selbst stellt.

Von der Pike auf angegangen ist sie die Aufgaben, die zu einer Bürgermeisterin dazugehören, hat sich überall vorgestellt und die Menschen ermuntert, sich mit Sorgen und Problemen, mit Ideen und Anregungen an sie zu wenden. Das ist auch heute noch ihre Vorstellung von diesem Amt, das ihr persönlich viele besondere Momente beschert hat. Einer der schönsten: „An der Seite von Kofi Annan, diesem großartigen Mann, bei der Friedenspreisverleihung sein zu dürfen.“

Sie hat der Bürgermeister-Rolle ihren eigenen Stempel aufgedrückt, ganz bewusst: „Ich wollte nie jemanden kopieren.“ Am liebsten zum Beispiel rede sie frei, ohne Manuskript, spontan und gewürzt mit eigenen Erlebnissen und Empfindungen. „Ich mache keinen Hehl daraus, dass ich Münster liebe.“ Ihr Lieblingsplatz in der Stadt? Da überlegt sie nicht lange: „Zu Hause“, sagt sie und blickt in den Garten. Hat sie vielleicht noch ein Geheimrezept für ihre Fitness und Vitalität? Ganz einfach, sagt Karin Reismann: „Ich bin eine glückliche Frau.“

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