Sa., 19.08.2017

Messer-Attacke bleibt ohne Strafe Freispruch wegen Schuldunfähigkeit

Messer-Attacke bleibt ohne Strafe : Freispruch wegen Schuldunfähigkeit

Foto: dpa

Münster - 

Mit einem Freispruch für den Angeklagten endete das Verfahren gegen einen 34-jährigen Mann aus Münster, der auf seinen Vater eingeprügelt und ihm ein Messer in die Brust gestoßen hatte. Der Auslöser, der zur Tat führte, blieb in der Verhandlung unklar. Im Prozess hatte sich der Angeklagte zum Tatvorwurf nicht eingelassen.

Von Hans-Erwin Ewald

Das 66 Jahre alte Opfer berief sich auf sein Zeugnisverweigerungsrecht. Einer Verwertung seiner vor der Polizei gemachten Aussage stimmte er nicht zu. Das Landgericht sah es zwar als erwiesen an, dass mit der Tat eine gefährliche Körperverletzung vorlag – zugleich stufte es den Angeklagten bei der Messer-Attacke als schuldunfähig ein und verhängte keine Strafe. Laut Gutachten hatte bei dem 34-Jährigen eine krankhafte seelische Störung vorgelegen.

Übergriff auf den Vater

Der unter anderem mit Alkoholproblemen kämpfende Angeklagte wohnte nach der Trennung von seiner Ehefrau unter einem Dach mit seinem Vater, der dem Alkohol ebenso zugetan war. Das Verhältnis zu seinem Vater sei gut gewesen, so der Angeklagte.

Dennoch kam es am 1. April dieses Jahres zu den körperlichen Übergriffen auf seinen Vater. Nach den Feststellungen des Gerichts ging es dem 34-Jährigen am Tattag schlecht. Gegen Abend stürmte der Mann danach mit den Worten „Ich mache dich tot“ auf seinen Vater zu und stieß ihn vom Stuhl. Der 66-Jährige fiel gegen den Kühlschrank. Im Verlauf der körperlichen Übergriffe schlug der Angeklagte auf seinen 66 Jahre alten Vater ein und stieß dessen Kopf gegen die Tischplatte.

Sonderbar, psychotisch, verwirrt

Ein Zeuge, der eingreifen wollte, wurde vom Angeklagten zur Seite gestoßen. Als Sohn und Vater allein in der Wohnung waren, rammte der 34-Jährige seinem Vater ein zehn Zentimeter langes Messer in die Brust. Zeugen, die den Angeklagten auf seinem „Fluchtweg“ in Tatortnähe beobachtet hatten, hatten ihn als sonderbar, psychotisch und verwirrt beschrieben.

Eine Unterbringung in einem Maßregelvollzug ordnete das Gericht nicht an. Auf Antrag der Staatsanwältin sprach das Gericht dem Angeklagten für die Zeit seiner Untersuchungshaft eine Entschädigung nicht zu. Die Staatsanwältin wie auch der Verteidiger hatten wegen Schuldunfähigkeit auf Freispruch plädiert.

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