Suche nach „wasserdichtem Vergabesystem“
Kita-Platz-Vergabe „keine Glücksache“

Münster -

Die Verwaltung der Stadt Münster ist in der Sitzung des Ausschusses für Kinder, Jugendliche und Familien der Kritik von Eltern am System der Kita-Platz-Vergabe in der Stadt entgegengetreten.

Freitag, 08.09.2017, 07:00 Uhr

Kita
Die Stadt Münster ist noch auf der Suche nach einem juristisch „wasserdichten Vergabesystem“ für Kita-Plätze. Foto: dpa

Die Kita-Platzvergabe in Münster sei „keine Glücksache“, betonte Jugendamtsleiterin Anna Pohl (wir berichteten). Mit allen Trägern sei eine Rahmenstruktur über die Vergabe vereinbart. Dass „99 Prozent der Träger“ dies beherzige, in Einzelfällen aber zum Beispiel kein Nachweis der Erwerbstätigkeit der Eltern verlangt werde, sei bedauerlich, so Pohl. Und weiter: „Wir sind dabei, die Rahmenvereinbarungen mit Trägern noch deutlicher zu fassen.“

Zuvor hatte Jugenddezernent Thomas Paal mit einer vorformulierten, abgelesenen Erklärung über den Stand des derzeit noch nicht entschiedenen juristischen Streits über die Kitaplatzvergabe in Münster informiert. „Da kommt es auf jedes Wort an“, bemerkte Paal. Dem Kind der klagenden Eltern wurde bis zur Gerichtsentscheidung seit dem 1. September vorübergehend ein Platz in einer Kita zur Verfügung gestellt. In dem Verfahren laufen derzeit noch Fristen zur Abgabe von Stellungnahmen, so Paal.

Prozess

260 Meldungen auf neun Plätze

Mitglieder des Ausschusses fragten, wie das Vergabesystem juristisch noch „wasserdichter“ gestaltet werden könnte. Stefan Degen, der die CDU im Ausschuss vertritt und im Hauptberuf beim CVJM, einem der Kita-Träger in Münster, tätig ist, nahm zur Eltern-Kritik ebenfalls Stellung: „Wir vergeben die Plätze mit großer Sorgfalt“, betonte er. Auf neun freie Plätze in der Kita in St. Mauritz habe es aktuell 260 Meldungen gegeben. Er verstehe, dass Eltern sich benachteiligt sähen, wenn sie keinen Platz bekämen.

Die Verwaltung hatte auch gute Nachrichten: Auf dem Gelände des Altenheims Friedrichsburg in Pluggendorf entstehen zwei Großpflegetagesstellen für unter Dreijährige. Die 18 Plätze sollen zum 1. August 2018 zur Verfügung stehen. „Ein Fortschritt im Bezirk Mitte, wo die meisten Plätze fehlen“, freute sich Anna Pohl.

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