So., 10.09.2017

Weltfriedenstreffen von Sant‘ Egidio Angela Merkel in der Halle Münsterland

Bundeskanzlerin Angela Merkel im Gespräch mit Ahmad Muhammad Al-Tayyeb (Großimam der Al-Azhar-Universität, Ägypten) und einem Dolmetscher bei der Eröffnung des Weltfriedentreffens in der Halle Münsterland in Münster.

Bundeskanzlerin Angela Merkel im Gespräch mit Ahmad Muhammad Al-Tayyeb (Großimam der Al-Azhar-Universität, Ägypten) und einem Dolmetscher bei der Eröffnung des Weltfriedentreffens in der Halle Münsterland in Münster. Foto: Julia Geppert/Bischöfliche Pressestelle

Münster/Osnabrück - 

Tausende Teilnehmer aus aller Welt werden zum Weltfriedenstreffen der internationalen Gemeinschaft Sant‘ Egidio ab Sonntag erwartet. Bei der Eröffnungsveranstaltung in der Halle Münsterland in Münster sprach Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Mit prominenten Gästen startete am Sonntag (16 Uhr) das Internationale Weltfriedenstreffen im westfälischen Münster. Bei der feierlichen Eröffnung in der Halle Münsterland sprachen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), der Präsident der Republik Niger, Mahamadou Issoufou, sowie der Präsident des Europäischen Parlaments, Antonio Tajani.

Antonio Tajani (Präsident der Europäischen Parlaments), Dr. Felix Genn (Bischof von Münster), Marco Impagliazzo (Präsident der Gemeinschaft Sant Egidio), Dr. Angela Merkel (Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland), Andrea Riccardi (Gründer der Gemeinschaft Sant Egidio), Franz-Josef Bode (Bischof Osnabrück) und Mahamadou Issoufou (Präsident Niger).

Antonio Tajani (Präsident der Europäischen Parlaments), Dr. Felix Genn (Bischof von Münster), Marco Impagliazzo (Präsident der Gemeinschaft Sant Egidio), Dr. Angela Merkel (Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland), Andrea Riccardi (Gründer der Gemeinschaft Sant Egidio), Franz-Josef Bode (Bischof Osnabrück) und Mahamadou Issoufou (Präsident Niger). Foto: Julia Geppert/Bischöfliche Pressestelle

Merkel: Illegale Migration in legale umwandeln

In ihrer Rede in der Halle Münsterland sprach sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) für legale Wege der Einwanderung nach Europa für schutzbedürftige Menschen aus, damit sie nicht Schleppern in die Hände fallen. Das Abkommen zwischen der EU und der Türkei habe gezeigt, dass es gelingen könne, illegale Migration in legale umzuwandeln, sagte Merkel vor 2500 geladenen Gästen.

Zuvor hatte sie sich in Einzelgesprächen im Foyer der Halle unter anderem mit dem Großimam der Al-Azhar-Universität in Ägypten, Ahmad Muhammad Al-Tayyeb, und der Präsident der Republik Niger, Mahamadou Issoufou, ausgetauscht.

Münsters Bischof Felix Genn äußerte in seinem Grußwort Merkel gegenüber Respekt für ihren Einsatz für die Aufnahme von Flüchtlingen im Jahr 2015. "Allen Widerständen zum Trotz haben Sie sich in unserem Land und auf europäischer Ebene dafür eingesetzt", sagte Genn unter dem Beifall der Zuhörer.

Dreitägige Veranstaltungsreihe

Die dreitägige Veranstaltungsreihe in den Domstädten Münster und Osnabrück will den Frieden in aller Welt fördern. Sie steht unter Motto „Wege des Friedens“. Dazu werden neben führende Kirchen- und Religionsvertreter etwa 5000 Teilnehmer aus aller Welt erwartet. Sie repräsentieren 40 Glaubens- und Religionsgemeinschaften.

Besucher sammeln sich vor der Halle Münsterland am Sonntagnachmittag.

Besucher sammeln sich vor der Halle Münsterland am Sonntagnachmittag. Foto: Oliver Werner

Eröffungsgottesdienst im münsterischen Dom

Los ging es bereits am Samstag um 18.30 Uhr im St.-Paulus-Dom mit der Feier der heiligen Messe. In seiner Eröffungspredigt im voll besetzten St.-Paulus-Dom sagte Bischof Felix Genn laut Pressemitteilungs des Bistums Münster, das interkonfessionelle und interreligiöse Treffen sei ein Weg zum Frieden, „in einer Zeit, die geprägt ist von der Auseinandersetzung zwischen Völkern und mit Gruppen, die Religion in Verbindung mit Gewalt bringen“.

Bischof Dr. Felix Genn bei der Predigt im voll besetzten St. Paulus-Dom. Zahlreiche Priester und Bischöfe feierten die Messe mit, darunter der albanische Kardinal Ernest Simoni und Osnabrücks Bischof Franz-Josef Bode.

Bischof Dr. Felix Genn bei der Predigt im voll besetzten St. Paulus-Dom. Zahlreiche Priester und Bischöfe feierten die Messe mit, darunter der albanische Kardinal Ernest Simoni und Osnabrücks Bischof Franz-Josef Bode. Foto: Bistum Münster

Podien zur Zukunft Europas und zur Flüchtlingskrise

Die Themen der insgesamt 24 Podien am Montag und am Dienstagvormittag drehen dementsprechend rund um Fragen zur Zukunft Europas, der Flüchtlingssituation und dem Zusammenleben im 21. Jahrhundert. Die Podien sind auf neun Standorte in Münster verteilt, vom Borromaeum über Bezirksregierung und Rathausfestsaal bis zum Franz-Hitze-Haus. Zu den Teilnehmern gehören dabei Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe, der emeritierte Kardinal Walter Kasper und Kardinal Gregorio Rosa Chávez aus San Salvador.

Fotostrecke: Angela Merkel bei Eröffnung des Weltfriedenstreffens der Gemeinschaft Sant´ Egidio

Abschlussgottesdienst am Montag in Münster

Bevor der Weltfriedenstag am Dienstag in Osnabrück endet, gibt es am Montag, um 20 Uhr einen Gebetsabend im münsterischen Dom.

Das Internationale Weltfriedenstreffen wird organisiert von der katholischen Gemeinschaft Sant' Egidio, die ihren Hauptsitz in Rom hat. Es findet jedes Jahr an einem anderen Ort statt. Papst Johannes Paul II. hatte Religionsführer aus aller Welt 1986 erstmals zum Weltfriedenstreffen im italienischen Assisi zusammengerufen.

Kommentar zum Thema von Dirk Anger

Das Weltfriedenstreffen, das im September in Münster und Osnabrück stattfindet, schärft das Profil der Städte des Westfälischen Friedens. Doch das ist allenfalls ein willkommener Nebeneffekt der international besetzten Veranstaltung. Denn in diesen unruhigen und bewegten Zeiten mit Krieg und Krisenherden rund um den Globus nimmt hier zu Lande spürbar der Wunsch nach Ruhe, Frieden und Geborgenheit zu. Dabei hilft der Austausch von Religionen und Kulturen, wie er sich im Programm des Weltfriedenstreffens findet.

Es ist noch gar nicht so lange her, da wurden auch hier Menschen, die sich über das Thema Frieden in Gesprächskreisen austauschten und auf vergessene Konflikte hinwiesen, milde belächelt oder als Friedensbewegte abgestempelt. Inzwischen scheint den meisten klar zu sein, dass der Erhalt von Frieden Mühe und Einsatz auf vielfältige Art und Weise erfordert. Da ist der interreligiöse Dialog wichtiger denn je.

Und vielleicht hilft der Geist dieses Treffens dabei, Münster schon jetzt die Inspiration, Kraft und Bedeutung des Katholikentags 2018 erahnen zu lassen.

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