„Wir haben totales Glück gehabt“
Münsteranerin erlebt Hurrikan „Irma“ in Florida mit

Münster / Fort Lauderdale -

Mit mehr als 200 Stundenkilometern raste „Irma“ über Florida hinweg. Mittendrin: Juliane Roberts. Die gebürtigen Münsteranerin hat den Hurrikan miterlebt.

Mittwoch, 13.09.2017, 20:09 Uhr

Umgestürzte Palmen und Bäume hat Juliane Roberts (kl. Foto l.) bei einem Spaziergang durch Fort Lauderdale mit Handyfotos festgehalten – einen Tag nachdem Hurrikan Irma für die Verwüstung gesorgt hatte. Sohn Jovi war von den herabgestürzten Bäumen überwältigt.
Umgestürzte Palmen und Bäume hat Juliane Roberts bei einem Spaziergang durch Fort Lauderdale mit Handyfotos festgehalten – einen Tag nachdem Hurrikan Irma für die Verwüstung gesorgt hatte. Sohn Jovi war von den herabgestürzten Bäumen überwältigt. Foto: Privat

Autos liegen unter ausgerissenen Palmen begraben, Straßenschilder sind abgeknickt wie Streichhölzer: „Der Tag nach dem Hurrikan war schon deprimierend“, gibt Juliane Roberts zu. Die gebürtige Münsteranerin lebt seit zehn Jahren in Florida. Hautnah hat sie Hurrikan „Irma“ miterlebt.

Unterricht fiel aus

„Alle Menschen sind in Panik ausgebrochen“, berichtet Juliane Roberts von den Tagen vor „Irma“. In Fort Lauderdale, knapp 40 Kilometer nördlich von Miami, unterrichtet die Lehrerin an einer Grundschule, ab Donnerstag fand dort kein Unterricht mehr statt. Im Supermarkt versuchte Juliane Roberts ein paar Nahrungsmittel einzukaufen, doch: „Wasser habe ich schon gar nicht mehr bekommen.“ Nur ganz früh am nächsten Morgen konnte sie noch ein paar Kanister ergattern.

Hurrikan „Irma“ wütet über den Karibikinseln

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  • Starker Wind und Regen fegen in Fajardo, Puerto Rico, durch die Straßen der Stadt. Der extrem gefährliche Hurrikan «Irma» zieht mit unverminderter Kraft durch die Karibik.

    Foto: Carlos Giusti
  • Rettungskräfte des städtischen Krisenmanagement stehen in Fajardo (Puerto Rico) auf einer überschwemmten Straße und überprüfen ein Auto das in den Wassermassen steht, auf Hilfebedürftige. In der Karibik und im Süden Floridas versuchen die Menschen, sich vor Hurrikan «Irma» in Sicherheit zu bringen.

    Foto: Carlos Giusti
  • Ein Mann betrachtet in Havana, Antigua und Barbuda, Schäden auf seinem Grundstück, nachdem Hurrikan «Irma» über die Stadt gezogen war. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen könnten in den kommenden Tagen bis zu 37 Millionen Menschen von den Auswirkungen betroffen sein.

    Foto: Johnny Jno-Baptiste
  • Menschen befüllen in Las Terrenas, Dominikanische Republik, Sandsäcke, um ihre Häuser vor Hurrikan «Irma» zu schützen. Die Regierung der Bahamas ordnete die Evakuierung mehrerer Inseln im Süden der Inselkette an.

    Foto: Tatiana Fernandez
  • Hurrikan «Irma» zieht über Fajardo, Puerto Rico, hinweg und bringt starken Regen und Winde mit sich. Als immer wahrscheinlicher gilt, dass «Irma» auf den US-Staat Florida treffen könnte.

    Foto: Carlos Giusti
  • Ein Mann fotografiert den Ozean in Luquillo (Puerto Rico) vor Eintreffen des Hurrikans «Irma». Der gefährliche Hurrikan wird auf den Jungferninseln, Puerto Rico, Dominikanische Republik und Haiti erwartet. Das US-Hurrikanzentrum der Wetterbehörde NOAA meldete Spitzenwindgeschwindigkeiten von bis zu 255 Kilometer in der Stunde.

    Foto: Carlos Giusti
  • Menschen räumen in Havana, Antigua und Barbuda, Teile eines zerstörten Docks auf, nachdem Hurrikan «Irma» über die Stadt gezogen war.

    Foto: Johnny Jno-Baptiste
  • Ein Mann fährt seinen Wagen in Fajardo, Puerto Rico, bei starkem Wind und Regenfällen über eine Straße.

    Foto: Carlos Giusti
  • Kinder spielen in Las Terrenas (Dominikanische Republik) auf dem Fußboden in einer Kirche. Mit Windgeschwindigkeiten von fast 300 Stundenkilometern bewegt sich «Irma» auf Florida zu. Der Sturm ist bereits über mehrere Inseln hinweggefegt. In Miami in Florida haben die Behörden für Teile der Stadt Zwangsevakuierungen angeordnet.

    Foto: Tatiana Fernandez
  • Kunden stehen in Fort Lauderdale (Florida, USA) mit überfüllten Einkaufswagen an der Kasse eines Supermarktes. Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 295 Kilometern pro Stunde zieht der Tropensturm «Irma» auf die Karibik zu. Touristen wurden aufgefordert, die Südwestspitze Floridas einschließlich der Inselkette Florida Keys zu verlassen.

    Foto: Orit Ben-Ezzer
  • Kunden gehen in Palm Beach Gardens, Florida, USA, während des Einkaufens in einem «Publix»-Supermarkt an leeren Regalen vorbei. Die Menschen in der Region bereiteten sich auf das Schlimmste vor.

    Foto: The Palm Beach Post
  • Das Satellitenbild zeigt den Tropensturm «Irma» über Saint-Martin und den Inseln über dem Winde (Antillen).

    Foto: Uncredited/NASA/NOAA GOES Project/AP/dpa
  • Das Bild zeigt ein aus dem Weltraum aufgenommenes Bild des Hurrikans «Irma».

    Foto: Uncredited/NOAA/AP/dpa

Die 40-Jährige, die der Liebe wegen in die USA ging, wohnt im zehnten Stock eines Hochhauses. „Wir haben seit Jahren die Pflicht, dass wir hurrikansichere Fenster haben“, sagt Roberts. Die seien zwar unheimlich teuer gewesen, doch als „Irma“ tobte, „da war ich wirklich froh“.

Juliane Roberts wohnt seit zehn Jahren in Florida – „Irma“ war ihr erster Hurrikan.

Juliane Roberts wohnt seit zehn Jahren in Florida – „Irma“ war ihr erster Hurrikan. Foto: Privat

Zwar gilt Florida als besonders gefährdet, für Juliane Roberts war es in zehn Jahren aber der erste Hurrikan. „Es war wirklich beängstigend“, gibt die 40-Jährige zu. Als sie von „Irma“ hörte, habe sie am liebsten vorher in den nächsten Flieger steigen wollen. Zusammen mit einigen Nachbarn „haben wir aber beschlossen, dass wir hier bleiben“. In ihrer Wohnung habe man die Stunden gemeinsam verbracht. Und der Humor ging nicht verloren: „Wir haben den Cocktail Hurricane getrunken.“

"Alle hatten Angst"

Am Sonntag traf „Irma“ auf Florida, doch Fort Lauderdale wurde weitestgehend verschont. „Wir haben totales Glück gehabt“, sagt Juliane Roberts. Doch sie gibt auch zu: „Alle hatten wirklich Angst.“ Deutlich schlimmer hat es die sogenannten Keys getroffen, dort hat Roberts ein Ferienhaus: „Wie es da aussieht, weiß ich nicht.“ Noch seien die Straßen nicht sicher, erst am Wochenende werde sie sich die Zerstörung ansehen.

Mit ihrem Sohn Jovi unternahm die 40-Jährige am Tag nach „Irma“ einen Spaziergang durch die Stadt. Ausgerissene Bäume und umgeknickte Straßenschilder prägen das Bild. Auch die Ampeln funktionieren noch nicht wieder.

Auch wenn Hurrikan „Irma“ das Zuhause von Juliane Roberts fast vollständig verschont hat, habe sie danach „erstmal aufgeatmet“. Doch die Lehrerin sieht die Situation auch realistisch: „Wir leben in Florida, da muss man mit dem Risiko eines Hurrikans leben.“

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