Do., 14.09.2017

Neues Großkatzen-Gehege im Allwetterzoo Münster Tiger Fedor lässt tief blicken

Tiger Fedor hat das Zeug, mitsamt seinem neuen Gehege eine Hauptattraktion des Allwetterzoos zu werden.

Tiger Fedor hat das Zeug, mitsamt seinem neuen Gehege eine Hauptattraktion des Allwetterzoos zu werden. Foto: Oliver Werner

Münster - 

Ein junger Tigerkater, eine ältere Tigerkatze und ein persisches Leopardenpaar in den besten Jahren: Das sind die Bewohner der 1,8 Millionen Euro teuren Großkatzenanlage im Allwetterzoo, die am Mittwoch eröffnet wurde. Die Gehege sind groß genug für Nachwuchs . . .

Von Lukas Speckmann

Fedor ist eine Rampensau. Als die vier Menschen vor der großen Glasscheibe feierlich das rote Band durchschneiden, erscheint der junge Tiger auf der Bildfläche und kaut dekorativ an einem Batzen Rindfleisch. Doch auch ohne Leckerli lässt er sich später in geringer Entfernung ausgiebig bewundern. Die Panorama-Scheiben der neuen Tiger-Anlage im Allwetterzoo erfüllen ihren Zweck.

Fedor könnte, wenn er wollte, unsichtbar bleiben. Ihm und Tigerkatze Nelly stehen nun insgesamt 1700 Quadratmeter Außengehege mit Bäumen, Büschen und Schlupflöchern zur Verfügung, das Dreifache der alten Fläche. Der Vergrößerung fielen eine Wiese und vor allem der tiefe Wassergraben zum Opfer, der bislang in Hagenbeck-Manier einen unverstellten Blick auf die Großkatzen ermöglichte.

 

Fotostrecke: Fedor - Der neue Tiger im Allwetterzoo Münster

 

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Durch die neue Anlage hat der Allwetterzoo an Attraktivität gewonnen.

Dr. Thomas Wilms

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Die neue Anlage muss sich mit Sichtfenstern in den mächtigen Metallzäunen begnügen. Eine Platz- und eine Geldfrage, wie Zoodirektor Dr. Thomas Wilms betont: „Ich glaube aber nicht, dass es eine große Einschränkung ist.“

Das Geld war zum Schluss der gut einjährigen Planungs- und Bauphase etwas knapp geworden. Die 1,8 Millionen Euro wurden aus dem eigenen Haushalt bestritten – wobei die Vergrößerung des benachbarten Leoparden-Geheges erst dank einer 300 000-Euro-Spende des Zoovereins möglich wurde.

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Zoodirektor Dr. Thomas Wilms, Helge Peters vom Zooverein, Bürgermeisterin Beate Vilhjalmsson und der Aufsichtsratsvorsitzende Rainer Knoche (v.l.) durchschneiden das Band. Foto: Oliver Werner

Dafür stehen den beiden hochgefährdeten Arten nun Gehege zur Verfügung, die den Ansprüchen des europäischen Zuchtprogramms in jeder Hinsicht genügen: Dafür gab es bei der feierlichen Eröffnung viel Applaus für den technischen Leiter Dirk Heese und seine Mitstreiter.

Kommentar zum Thema

Allwetterzoo kündigt Masterplan an

In wenigen Jahren feiert der Allwetterzoo den 50. Jahrestag des Umzugs auf die Sentruper Höhe. Bis dahin sollte im Idealfall vom 1974er-Beton nicht mehr viel übrig sein. Der neue Elefantenpark galt in dieser Hinsicht schon als wichtiges Signal. Verglichen damit waren die alten Gehege für Tiger und Leoparden vorsintflutlich – und noch gibt es weitere Baustellen dieses Kalibers.

Die Stadtgesellschaft wird über eine Grunderneuerung zumindest der wichtigsten Tieranlagen  diskutieren müssen. Letztlich wird es dabei um Millionen gehen – also um die Frage: Wie viel ist uns der Zoo wert? Seine Bedeutung als Publikumsmagnet und münsterisches Alleinstellungsmerkmal ist unbestritten; er kann sich gegenüber der starken Zoo-Konkurrenz in NRW langfristig aber nur mit attraktiven Tierarten und bestmöglicher Haltung behaupten.

Mit dem neuen Tigerheim haben die Verantwortlichen – ganz artgerecht – eine Duftmarke gesetzt. Die Diskussion ist eröffnet.

Die Stadt sei sich der Bedeutung des Allwetterzoos bewusst, betonte Bürgermeisterin Beate Vilhjalmsson in ihrer Ansprache. Dass in die Jahre gekommene Gehege im Interesse der Tiere und des Publikums saniert würden, sei auch angesichts der großen Zoo-Konkurrenz in NRW erforderlich. Zoodirektor Wilms sieht die neue Großkatzen-Anlage als Auftakt eines Erneuerungsprogramms: Demnächst soll ein ausführlicher Masterplan vorgelegt werden. Aufsichtsratschef Rainer Knoche verteilte Vorschusslorbeeren: „Der Start ist Ihnen gut gelungen!“ 

 

Fotostrecke: Tiere im Allwetterzoo Münster

 

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