Do., 14.09.2017

Einkaufsstadt Münster Einzelhandel auf Wachstumskurs

Die Attraktivität der Innenstadt mit den am meisten frequentierten Straßen Ludgeristraße (Foto), Prinzipalmarkt und Salzstraße ist unbestritten. Die Fortschreibung des Einzelhandelskonzepts hat aber auch die Stärkung der Stadtteilzentren im Blick.

Die Attraktivität der Innenstadt mit den am meisten frequentierten Straßen Ludgeristraße (Foto), Prinzipalmarkt und Salzstraße ist unbestritten. Die Fortschreibung des Einzelhandelskonzepts hat aber auch die Stärkung der Stadtteilzentren im Blick. Foto: Wirtschaftsförderung Münster

Münster - 

Die Weiterentwicklung von Münsters Einzelhandelskonzept setzt auf die Stärkung der Stadtteilzentren. Insgesamt gibt es Potenzial für weitere 51 000 Quadratmeter Verkaufsfläche. Das Konzept liegt bis zum 4. Oktober im Stadthaus 3 aus.

Von Lukas Speckmann

Digitale Revolution, Bevölkerungswachstum, schwankende Kaufkraft – der Einzelhandel fährt durch stürmische See. Die meisten Städte scheinen der Entwicklung hinterherzurudern; zumindest, meint der Dortmunder Einzelhandelexperte Marc Föhrer, mache keine Stadt in Sachen Steuerung alles richtig. „Aber Münster hat vieles richtig gemacht!“

Zum Beispiel an dem erfolgreichen Einzelhandelskonzept von 2009 festgehalten und sich rechtzeitig um eine Neuauflage gekümmert: Im April vergangenen Jahres begannen die Beratungen, im Frühjahr ging das Konzept durch die politischen Gremien, im Juli wurde es vom Stadtrat bestätigt – und nun legten Planungsdezernent Robin Denstorff, die Experten des Dortmunder Büros „Stadt und Handel“ sowie die Mitarbeiter des Stadtplanungsamtes den Entwurf der Öffentlichkeit vor. Mit der Bitte um rege Beteiligung.

Rund 60 Zuhörer fanden sich am Mittwochabend im Vortragssaal der Bezirksregierung ein. Und hörten vor allem viel Erfreuliches über ihre gut aufgestellte Stadt: Münster als Einkaufsstadt zu stärken, die Versorgung auch in den Stadtteilen sicherzustellen und gute Rahmenbedingungen zu schaffen – das sei viel einfacher als in den meisten anderen Städten des Landes.

Freilich dürfe man sich nicht auf den Lorbeeren ausruhen, mahnt Marc Föhrer: Das unerwartet hohe Bevölkerungswachstum sei ebenso eine Herausforderung wie die ungebrochene Dynamik des Online-Handels, dem ein auf die analoge Welt fixiertes Einzelhandelskonzept nur wenig entgegenhalten könne.

Das wichtigste Ziel: Der großflächige zentrenrelevante Einzelhandel soll sein Angebot wirklich nur in den Zentren feilbieten – also in genau definierten Bereichen der Innenstadt und der Stadtteile. Denn genau dort müsse die Nahversorgung sichergestellt werden. Die rechtssichere Entscheidung, wo genau welche Art von Handel stattfinden dürfe, sei nach wie vor Kern des Konzepts. Die Veränderungen zu 2009 sind im neuen Konzept relativ gering.

Planungsamtsleiter Christian Schowe wies auf Grenzen hin: Der Wettbewerb dürfe nicht beeinflusst werden, ein solches Konzept könne nur begrenzt steuern. Doch wenn der Einzelhandel ein gutes Angebot, hohe Beratungskompetenz und Aufmerksamkeit anbiete, stünden die Chancen gut. Münsters Einzelhandel könne in den kommenden Jahren durchaus um 51 000

Verena Texier-Ast von der Uni Münster stellte das Ergebnis einer Studie zu Online-Handel und Stadtentwicklung vor: Demnach entscheiden sich Kunden vor allem deshalb für einen Einkauf im Geschäft, weil sie dort die Ware begutachten und sofort mitnehmen können. Wichtig sei, dass der lokale Handel auf Digitalstrategien setze: Denn das Modell „Online informieren, Offline kaufen“ sei verbreiteter als Klagen über „Beratungsklau“ vermuten lassen.

Das Einzelhandelskonzept liegt noch bis zum 4. Oktober im Stadthaus 3 am Albersloher Weg aus.

 

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