Sa., 23.09.2017

Bundestagswahlkampf 2017 Pro und Contra: Wählen per Mausklick

Bundestagswahlkampf 2017: Pro und Contra: Wählen per Mausklick

Bei der Bundestagswahl werden die Stimmen noch analog mit Stift und Papier abgegeben. Foto: dpa

Münster - 

Briefwahl boomt. Viele wollen wählen - immer häufiger von zuhause aus. Wäre es da nicht sinnvoll, bei der Bundestagswahl auch über ein Internetportal seine Stimmen abgeben zu können? Ein Pro-und-Contra.

Von Anna Spielthoff, Kay Böckling

Pro: Politik in jung

Die hohe Zahl der Briefwähler zeigt: Die Stimme vom Sofa abzugeben, ist beliebter denn je. Die Stimmabgabe möglichst einfach zu machen, fordern Wissenschaftler – eine Wahl per Mausklick wäre da eine gute Möglichkeit. Natürlich braucht es eine ausgefeilte Sicherheitstechnik, um Manipulationen zu verhindern. Doch würde als Konsequenz wohl auch eine höhere Wahlbeteiligung folgen. Vor allem junge Menschen könnten durch die Online-Abstimmung zu Wählern werden. Viele von ihnen sind politisch interessiert – am Sonntag ins Wahlbüro zu gehen, entspricht aber nicht ihrer Generation. Ihr Medium ist das Internet. Und es sind ihre Stimmen, auf die es besonders ankommt – das haben Entscheidungen wie die über den „Brexit“ gezeigt. Die jungen Menschen sind die Zukunft des Landes – und auch die Zukunft der Politik. Ein Wahlrecht ab 16 Jahren sollte deshalb bei der Bundestagswahl endlich eingeführt werden. Die Abgeordneten des Bundestags sind im Durchschnitt knapp 50 Jahre alt. Geht Politik nicht auch in jünger? Ganz bestimmt – und die Online-Wahl wäre der so wichtige erste Schritt.

Contra: Noch zu unsicher

Auch auf die Gefahr hin, im Zeitalter der Digitalisierung als „Dinosaurier“ abgewatscht zu werden: Der „Urnen-Gang“ per Mausklick ist und bleibt für mich einfach zu unsicher. Schon der Transfer diverser Finanzen per Online-Überweisung bereitet mir Bauchschmerzen. Aber dass ich jetzt auch noch meine politische Gesinnung über den Computer verschicke? Nein danke. Nicht umsonst hat der „Chaos Computer Club“ nach eigener Aussage „gravierende Schwachstellen einer bei der Bundestagswahl verwendeten Auswertungs-Software“ festgestellt. Oder denken wir doch zurück an die bis dato größte Cyber-Attacke im Mai dieses Jahres, bei dem Zehntausende Computer von einem Virus namens „WannaCry“ infiziert wurden. Ungeachtet dessen hält sich noch immer das Gerücht, russische Spezialisten hätten den Ausgang der US-Wahlen manipuliert. Ich verspüre sehr wenig Lust, dass mein Wahlverhalten irgendwann einmal aus einem Zentralrechner im weit entfernten Wladiwostok ausgedruckt wird. Für mich steht fest: Von einer sicheren Wahl-Software sind wir meilenweit entfernt.

 

Fotostrecke: Ich gehe wählen, weil...

 

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