Di., 26.09.2017

Polizei-Tagung „Europaweite Netzwerke zerschlagen“

Seminar zu international  agierenden Tätergruppen an der Hochschule der Polizei: Michael Will (Europol) und Thomas Schütte (r.) leiten die Fachtagung in Hiltrup.

Seminar zu international  agierenden Tätergruppen an der Hochschule der Polizei: Michael Will (Europol) und Thomas Schütte (r.) leiten die Fachtagung in Hiltrup. Foto: hpe

Münster - 

25 Polizei-Experten aus 21 EU-Ländern beraten noch bis Donnerstag an der Deutschen Hochschule der Polizei in Hiltrup über Möglichkeiten, international agierende Einbrecher- und Taschendiebstahlbanden dingfest machen zu können.

Von Helmut Etzkorn

Es geht den Ermittlern nicht mehr nur um die sogenannten Soldaten, die hier in Wohnungen einbrechen oder Taschendiebstähle begehen, sondern um Clans, Familien und Organisationen, die aus der Balkan-Region, Rumänien, Bulgarien und Nord­afrika die Strippen ziehen.

„International agierende Tätergruppen sind europaweit in Netzwerken aktiv. Heute in Amsterdam, morgen in Münster, übermorgen in Berlin“, sagt Michael Will, bei Europol verantwortlich für die organisierte Eigentumskriminalität. Er setzt auf eine bessere Zusammenarbeit der nationalen Polizeibehörden, um diese Netzwerke zerschlagen zu können. Bei einem noch bis morgen dauernden Treffen von 25 Experten aus 21 EU-Ländern an der Deutschen Hochschule der Polizei in Hiltrup fordert Will eine bessere Zusammenführung nationaler Daten, um so an die Hintermänner der reisenden Tätergruppen beim Einbruchs- und Taschendiebstahl effizient rankommen zu können. „Die Ballungsräume entwickeln sich immer mehr zu Hotspots der Täterszene, weil sie dort reichlich Beute machen können und gute Unterschlupfmöglichkeiten haben.“ Nur mit Vernetzung und hoher Präsenz sei es möglich, den Sumpf trockenzulegen.

Thomas Schütte, an der Hochschule Leiter des Fachgebiets Organisierte Kriminalität, berichtet von Tätergruppen mit Minderjährigen, die seit Jahren in Europa auftauchen und nur durch „strukturierte Ermittlungen und Kooperationen über Ländergrenzen hinweg“ nun endgültig aus dem Verkehr gezogen wurden.

In Münster ist die Zahl der Einbrüche und Versuche rückläufig. Im ersten Halbjahr wurden 454 Delikte bekannt, im Vergleichszeitraum 2016 waren es 503.

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