Fr., 06.10.2017

Rückkehr zur Anwesenheitspflicht Geteilte Meinungen

Rückkehr zur Anwesenheitspflicht: Geteilte Meinungen

Symbolbild Foto: dpa

Münster - 

Die Landesregierung diskutiert darüber, an den Hochschulen wieder die Anwesenheitspflicht in Lehrveranstaltungen zu ermöglichen. An der Uni gehen darüber die Meinungen auseinander.

Von Joel Hunold

Seit die damalige rot-grüne Landesregierung 2014 die Hochschulgesetze geändert hat, ist die Anwesenheitspflicht an Universitäten in Nordrhein-Westfalen verboten. Nur bei Exkursionen oder praktischen Übungen darf die Anwesenheit verlangt und überprüft werden. Nach den Plänen der schwarz-gelben Landesregierung rund um die parteilose Wissenschaftsministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen soll das „starre Verbot von Anwesenheitspflichten im klassischen Seminar abgeschafft werden“.

Für den Allgemeinen Studierendenausschuss der Uni kommt „die Aufhebung des Verbots de facto einer Wiedereinführung der Anwesenheitspflicht gleich“. Sie sprechen von einer Bevormundung der Studierenden und einem „Verstoß gegen die Studierfreiheit“.

Meinungen sind geteilt

Unter den Studierenden selbst gehen die Meinungen über die Aufhebung des Verbots auseinander. So glaubt Katerina Fast, dass es je nach Seminar sinnvoll sein könne, eine Anwesenheitspflicht einzuführen. „Es muss aber einen Mehrwert für die Studierenden geben, sonst können sie die Zeit besser in der Bibliothek verbringen.“ Die Jura-Studentin wirft allerdings ein, dass es in ihrem Studiengang keine Seminare gibt und sie daher nicht direkt betroffen wäre.

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Max Olker hingegen ist klar für ein Verbot der Anwesenheitspflicht. „Jeder sollte für sich selbst entscheiden, ob er zu Hause lernt oder in die Uni geht“. Allerdings gebe es auch Studenten, die gar nicht aktiv studierten.

Nach Henrike Menzel soll sich die Politik komplett aus dem universitären Umfeld heraushalte. Sie plädiert für eine Abschaffung des Verbots. „Jeder Dozent und Professor sollte selbst entscheiden dürfen, ob die Anwesenheit überprüft werden soll“, sagt die Maschinenbau-Studentin.

Hitzige Diskussionen

Auch auf der Facebook-Seite unserer Zeitung sind hitzige Diskussionen um das Thema ausgebrochen. So meint Tim Daltrup: „Bei Seminaren halte ich eine Anwesenheitspflicht für absolut sinnvoll. Ein Seminar braucht Leute, die da sind, um zu diskutieren, um zu debattieren“, während ihm Christoph Rickers dagegen hält, dass viele ihre Zeit nur absitzen und sich nicht am Diskurs beteiligen würden.

Und was sagt die Universität Münster selbst? Pressesprecher Norbert Robers erklärt, aktuell gebe es zu wenige Informationen. „Wir werden abwarten müssen, ob der Idee konkrete Vorschläge folgen.“ Robers nennt die Überlegungen eine „politische Entscheidung“, auf welche die Universität keinen Einfluss nehmen wolle. Je nach Ausgestaltung des Gesetzes würde man am „realen Status quo“, also an der Durchsetzung der Anwesenheitspflicht, vielleicht gar nichts ändern wollen, so Robers.

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