Allwetterzoo Münster
Wie der Zoo bedrohte Arten retten will

Münster -

Der Zoo will mehr als ein Tierpark sein. Es soll auch gezeigt werden, warum rund um den Globus Arten bedroht sind – und wie man sie retten kann, betont der neue Zoo-Kurator Philip Wagner.

Montag, 06.11.2017, 07:11 Uhr

Artenschutz, Forschung und Umweltbildung sind die Schwerpunkte der des neuen Zoo-Kurators Dr. Philip Wagner und Tierärztin Dr. Imke Lüders, die sich besonders in der Wildtier-Reproduktion einen Namen gemacht hat.
Artenschutz, Forschung und Umweltbildung sind die Schwerpunkte des neuen Zoo-Kurators Dr. Philipp Wagner und Tierärztin Dr. Imke Lüders, die sich besonders in der Wildtier-Reproduktion einen Namen gemacht hat. Foto: hpe

„Artenschutz beginnt nicht in Afrika oder Asien, sondern fängt vor unserer eigenen Haustür an“, sagt Dr. Philipp Wagner , neuer Kurator für Artenschutz und Forschung im Allwetterzoo. Der 43-jährige Biologe war bislang Chef im Landesbund Vogelschutz Bayern und will nun in Münster und darüber hinaus „neue Akzente“ setzen.

„Ein Zoo muss heute nicht mehr nur interessante Tiere zeigen, sondern aufklären, warum viele Arten bedroht sind und was wir alle dafür tun können, das zu verhindern“, so Wagner. „Wer im Garten daheim eine Blühwiese anlegt, besondere Nistkästen aufhängt oder eine Lehmhöhle für Bienen auf dem Balkon baut, kann selbst viel dazu beitragen, heimische Arten zu erhalten“, meint Wagner.

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Wissensvermittlung ohne erhobenen Zeigefinger

Dieses „Wissen um den Umgang mit der Natur“ will er im Zoo den Besuchern vermitteln und setzt dabei auf die Zusammenarbeit mit Naturschutzbünden vor Ort. „Lebensräume verschwinden auch bei uns tagtäglich beispielsweise durch Monokultur, deshalb müssen wir beim lokalen Artenschutz ansetzen“, so Wagner. Nicht mit dem erhobenen Zeigefinger, sondern mit guten Beispielen, die jeder in seinem privaten Umfeld umsetzen kann.

Artenschutz-Station in Kambodscha

Die vom Zoo Münster seit 14 Jahren erfolgreich geleitete Artenschutz-Station am Rande eines Nationalparks in Kambodscha soll „in Münster bekannt werden“. Deshalb plant Wagner ab 2018 Studienaufenthalte für junge Menschen von der Uni.

Naturschutzzentrum in Kambodscha

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  • Junge Sunda-Marabu im Naturschutzzentrum.

    Foto: Julian Bischoff
  • Tierpfleger Michael Meyerhoff vor dem Naturschutzzentrum „ACCB“.

    Foto: Julian Bischoff
  • Vom Aussterben bedrohte Weißschulteribisse im Naturschutzzentrum.

    Foto: Julian Bischoff
  • In dem Naturschutzzentrum erfolgt auch die Aufzucht verwaister Tierkinder.

    Foto: Julian Bischoff
  • Geier im Naturschutzzentrum „ACCB“.

    Foto: Julian Bischoff
  • Michael Meyerhoff kämpft fern der Heimat für den Erhalt der Tierwelt in Südostasien.

    Foto: Julian Bischoff
  • Ein Argala-Marabu (auch Großer Adjutant genannt) im Naturschutzzentrum. Weniger als 1000 Tiere gibt es noch von ihnen.

    Foto: Julian Bischoff
  • Umweltbildung im „ACCB“-Naturschutzzentrum.

    Foto: Julian Bischoff
  • Ein weiblicher Kappengibbon im „ACCB“. Die Tierart ist stark gefährdet.

    Foto: Julian Bischoff
  • Das Adlergehege im Naturschutzzentrum.

    Foto: Julian Bischoff
  • Ein Stachelschwein in seinem Gehege im Naturschutzzentrum.

    Foto: Julian Bischoff
  • Ein männlicher Kappengibbon im „ACCB“.

    Foto: Julian Bischoff

„Wir müssen die Biodiversitätsforschung breiter aufstellen. Der Mensch kann nur schützen, was er kennt und wertschätzt. Dafür müssen Lebensräume für gefährdete Affen wie in Kambodscha entdeckt und stabilisiert werden“, glaubt Wagner, der so ganz nebenbei als Reptilien-Experte neue Schlangenarten in Afrika entdeckt und wissenschaftlich beschrieben hat. Und vielleicht gibt es bald dann auch hier beheimatete Tiere wie Feldhamster oder Kröten, die nachgezüchtet werden sollen.

Sperma-Biobanken als „genetische Reserve“

Ihm zur Seite steht Tierärztin Dr. Imke Lüders (37), die sich weltweit einen Namen in der Forschung und Behandlung von Elefanten gemacht hat. Ihr Schwerpunkt wird das „Reproduktionsmanagement“ sein. Sperma-Biobanken von bedrohten Tieren sollen weltweit unter Federführung aus Münster angelegt werden, um durch künstliche Besamung eine „genetische Reserve“ schaffen zu können. „Bedrohte Tierarten müssen in ihrer Population erhalten und durch Nachzuchten wieder weiter verbreitet werden“, so die Tiermedizinerin. Ziel dieser Arbeit in den Zoos sei es, „der Natur die Tiere zurückzugeben“. Aktuell verfügt der Allwetterzoo über ein Schildkrötenzentrum, in dem fast ausgestorbene Arten mit Erfolg nachgezüchtet werden.

Tiere im Allwetterzoo Münster

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  • Pelikane, Tiger, Erdmännchen & Co.: Entdecken Sie mit unseren Bildern den Allwetterzoo!

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Noch gar nicht rosa: ein Flamingo-Küken im Oktober 2016.

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Schnee? Der Gepard trägt es mit Fassung.

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Gar nicht braun, so ein syrischer Braunbär...

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Tiger Fedor kam im Juli 2017 in den Allwetterzoo.

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Nachwuchs bei den Nashörnern: Amiri kam am 20. Mai 2017 zur Welt. Auf unserem Foto ist sie schon fast drei Monate alt.

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Ein Malaienbär.

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Ein lustiges Outfit tragen die Bongos.

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Ist das bequem? Ein Malaienbär.

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Bad in der Sonne: ein amerikanischer Nasenbär.

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Hier fürchtet ihn niemand: Der Wolf ist im Zoo willkommen.

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Nein, das juckt nicht: Ein Vogel ist auf dem Nashorn-Horn gelandet . . .

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • . . . und fliegt wieder weg.

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Nachwuchs bei den Nashörnern: Amiri kam am 20. Mai 2017 zur Welt. Auf unserem Foto ist sie schon fast drei Monate alt.

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Zwei Pelikane.

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Ein Pelikan.

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Eine stolze Pracht trägt der Kronenkranich.

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Er ist klein, und dann duckt er sich auch noch: ein junger Straß.

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Im Afrika-Berich gibt es auch Defassa-Wasserböcke.

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Tigerin Nely wundert sich, dass das Wasser in ihrem Gehege zugewuchert ist.

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Auch sie landen im Zoo: Störche.

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Tiger-Dame Nely.

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Tiger-Dame Nely.

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Gar nicht rosa: ein Flamingo-Küken im Oktober 2016.

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Gar nicht rosa: ein Flamingo-Küken im Oktober 2016.

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Immer auf der Hut: Erdmännchen.

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Ein durstiger Defassa-Wasserbock.

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Geduckt: ein Strauß.

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Kronenkranich.

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Diese Wildkatze hat Punkte - also ist es ein Gepard.

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Brillenpinguine.

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Brillenpinguine leben eigentlich an der afrikanischen West- und Südküste, deshalb finden sie es in Münster nicht viel zu warm.

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Syrischer Braunbär.

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Syrischer Braunbär.

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Bongos sehen komisch aus.

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Gänsegeier im Schnee

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Gepard

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Brillenpinguine

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Ein Trampeltier mit Schnee-Schnute.

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Ein Wolf.

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Syrischer Braunbär.

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Gepard im Schnee.

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Ein Wolf lugt hervor.

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Wer erkennt die Unterschiede? Die Tiger Nely (links) und Fedor.

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Bauchlandung: zwei Brillenpinguine.

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Kaum bekannt, aber auch niedlich: ein chinesischer Muntjak.

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Kegelrobbe

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Kegelrobbe

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Oran Utan

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner

Das neue Duo in Münster will mit den Themen Artenschutz und Umweltbildung jetzt einen neuen Schwerpunkt schaffen. „Das macht unseren Zoo noch interessanter und hilft Tieren, zu überleben“, so Zoo-Sprecherin Stefanie Heeke.

Wildlife-Fotos

Der „Wildlife Photographer of the Year Award“ gilt als eine der renommiertesten Auszeichnungen für Naturfotografie. Ab 25. November werden die diesjährigen Siegerbilder im Westfälischen Pferdemuseum in Münsters Allwetterzoo zu sehen sein.

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