Sa., 25.11.2017

Bauarbeiten am Dortmund-Ems-Kanal Kanalausbau verzögert sich bis mindestens 2026

 Der Ausbau des Dortmund-Ems-Kanals verzögert sich deutlich.

 Der Ausbau des Dortmund-Ems-Kanals verzögert sich deutlich. Foto: Oliver Werner

Münster - 

Der Ausbau der Stadtstrecke des Dortmund-Ems-Kanals verzögert sich um mindestens dreieinhalb Jahre. Vor 2026 werden die Arbeiten nicht beendet sein. Politik und Verwaltung sind schockiert.

Von Martin Kalitschke

Der Kanalausbau wird deutlich länger dauern als geplant. Frühestens 2026 werden die Bauarbeiten an der Stadtstrecke beendet sein, berichtete Heinz-Jakob Thyßen vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) Rheine im Planungsausschuss. Noch im August hatte die Behörde betont, dass die Arbeiten bis Ende 2022 abgeschlossen sein sollen.

Damit ist der Kanalausbau bereits jetzt neun Jahre im Verzug – die ersten Planungen hatten die Fertigstellung für 2017 terminiert. Die Mitglieder des Planungsausschusses reagierten auf die Nachricht geschockt. Ausschussvorsitzender Jörn Möltgen sprach von „Missmanagement“ und zeigte sich „konsterniert“. Linke-Ratsherr Rüdiger Sagel bezeichnete die neue Entwicklung als „Desaster“. Für Stadtbaurat Robin Denstorff sind die Verzögerungen „nicht hinnehmbar“. Er kündigte für die kommende Ratssitzung am 13. Dezember eine Resolutionsvorlage der Verwaltung an.

Personalnot beim Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt

Nach Angaben von Thyßen sind Personalprobleme in der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung für den neuen Zeitplan verantwortlich. Man habe zu wenig Personal und stecke daher in einem „Planungsloch“. Zwar hätten die anstehenden Maßnahmen Planungsreife – doch bevor sie starten, überprüfe der Bund jedes Mal, ob es nicht anderswo Projekte mit einer höheren Priorität gebe. Bei allen Maßnahmen, die noch folgen werden, sei es daher unsicher, ob sie vor- oder nachrangig behandelt werden. Den Zeitpunkt 2026 habe man auf Basis des aktuellen Personalbestandes berechnet.

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Was kommt am Ende heraus? Werden wir 2030 erreichen?

Linke-Ratsherr Rüdiger Sagel

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„Das übertrifft unsere schlimmsten Erwartungen“, sagte Sagel. „Was kommt am Ende heraus? Werden wir 2030 erreichen?“ CDU-Ratsherr Georg Fehlauer appellierte an Politik und Verwaltung, „nun klare Kante zu zeigen, das sind wir den Bürgern schuldig“. Fehlauer äußerte die Befürchtung, dass auch nach 2030 noch an der Stadtstrecke gebaut werden könnte. Christian Schowe (Stadtplanungsamt) wollte von Thyßen wissen, ob am Ende womöglich bereits zugesagte Finanzmittel gefährdet seien. Nein, stellte Thyßen klar, die Mittel seien „abgesichert“.

Zeitplan für Brückenbauten bleibt

Immerhin eine gute Nachricht hatte Thyßen parat: Der Zeitplan für den Neubau der WLE-Brücke (Anfang 2019 bis Herbst 2020) und der Wolbecker-Straßen-Brücke (Herbst 2018 bis 2020) soll eingehalten werden.

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